Feministische Falschaussagen





Inhaltsübersicht

Falschaussagen über Politik und Demokratie

Falschaussagen über Wirtschaft, Finanzen, Soziales

Geschichtsfälschungen

Falschaussagen über Beziehungen und Sexualität

Falschaussagen über Frauen an Universitäten

Sonstige Falschaussagen



Falschaussagen über Politik und Demokratie

Falschaussage (Politik) "Frauen sind in der Politik unterrepräsentiert."


Diese Aussage ist grundsätzlich falsch. Sie kommt in zahllosen Varianten vor, wenn der geringe Anteil an Frauen im Bundestag, in Länderparlamenten oder anderen anderen demokratisch gewählten Institutionen beklagt wird. Behauptet wird dabei zugleich, der geringe Anteil sei irgendwie ungerecht oder sogar eine Verletzung demokratischer Prinzipien und müsse durch Gegenmaßnahmen wie Frauenquoten in Parlamenten bzw. Parteien kuriert werden.

Die These von der Unterrepräsentiertheit ist grundsätzlich falsch. Frauen sind repräsentiert, und zwar durch die Personen, die sie gewählt haben, darunter viele Männer! In der in Deutschland und allen modernen Staaten vorhandenen repräsentativen Demokratie (auch indirekte oder parlamentarische Demokratie genannt) werden politische Sachentscheidungen durch Abgeordnete getroffen. Diese Abgeordneten werden frei gewählt. Die Freiheit besteht aus dem aktiven Wahlrecht, wonach jeder Bürger in freier Entscheidung seine Stimme einer Person oder einer Partei geben kann, und dem passiven Wahlrecht, wonach jeder Bürger für ein Amt kandidieren kann.

Mit diesen Grundprinzipien einer Demokratie ist es völlig unvereinbar, den Ausgang von Wahlen vorab anhand ideologischer Dogmen zu bestimmen, indem z.B. ein bestimmter Mindest- oder Höchstanteil an Personen, die bestimmte biologische oder soziale Merkmale aufweisen, festgelegt wird, z.B. Millionäre, Hartz4-Empfänger, Linkshänder, Homosexuelle usw.

Frauen sind also keineswegs unterrepräsentiert, sondern von Personen repräsentiert, die von viele feministischen Akteuren als charakterlich minderwertige Unterdrücker der Frauen angesehen werden - nur unter dieser Annahme ist die heftige Ablehnung von Männern als Interessenvertreter von Frauen denkbar.

Im übrigen ist der Versuch, den Begriff "Repräsentation" umzudefinieren, ein klassischer Fall von Feministischem Doublespeak.



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Falschaussagen über Wirtschaft, Finanzen, Soziales

Falschaussage (Wirtschaft) "Frauen bekommen für die gleiche Arbeit 23% weniger Lohn als Männer."


Eintrag ist verschoben auf die Seite Kampfbegriff "Gender Pay Gap".


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Falschaussage (Wirtschaft) "Das Gender Pay Gap wird durch Diskriminierung von Frauen verursacht."


Eintrag ist verschoben auf die Seite Kampfbegriff "Gender Pay Gap".


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Falschaussage (Wirtschaft) "Frauen werden von einer gläsernen Decke vom beruflichen Aufstieg abgehalten"


Ein Klassiker unter den Falschaussagen (sofern man überhaupt eine ernstgemeinte Aussage unterstellt). Aufgrund ihrer Unsichtbarkeit ist diese Decke ähnlich schwer nachzuweisen wie das unsichtbare rosafarbene Einhorn.

Diese Nachweisprobleme bleiben auch dann bestehen, wenn man die Decke nur als bildlichen Ausdruck für die Behauptung auffaßt, Frauen würden durch unterschwellige, geheime oder nicht offensichtlichen Mechanismen an beruflichen Aufstieg stärker als Männer (denen auch nichts geschenkt wird) gehindert. Sichtbare Mechanismen wie Frauenförderprogramme, Quoten usw. sprechen eher für einen gläsernen Fahrstuhl.

Im Kern laufen die Präzisierungen, worin die unsichtbaren Mechanismen der gläsernen Decke bestehen, regelmäßig auf unbeweisbare Verschwörungstheorien hinaus, in denen das Patriarchat und ähnliche freie Erfindungen die Hauptrollen spielen.

Es gibt unzählige Widerlegungen der Theorie von einer gläsernen Decke. Danach ist der geringer berufliche Aufstieg großenteils verursacht durch falsche Berufswahl, andere Präferenzen bei der Lebensgestaltung (ausgeglichene Work-life-Balance), lange Elternzeiten, sofern Kinder vorhanden sind, höherer Risikoaversion und weiteren Faktoren.



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Falschaussage (Soziales) "Frauen sind dreifach durch Job, Kinder und Altenpflege belastet"


Aussagen wie die vorstehende werden häufig im Kontext unterschiedlicher beruflicher Erfolge von Frauen und Männern präsentiert, um Frauen als Opfer von geschlechtsbezogenen Diskriminierungen darzustellen. Es soll hier auch keineswegs bestritten werden, daß es viele Frauen gibt, die durch Job, Kinder und Altenpflege belastet werden, allerdings wird diese pauschale Aussage oft anders interpretiert bzw. argumentativ eingesetzt:
  • Alle Frauen sind durch Job, Kindererziehung und Altenpflege belastet.
  • Männer werden nicht durch Kindererziehung und Altenpflege belastet, sondern können ihre ganze Energie auf das Karrieremachen verwenden.
  • Frauen müssen insgesamt wesentlich mehr arbeiten als Männer.
Die Aussagen sind falsch. Daß viele Frauen keine Kinder haben, wird ja an anderer Stelle oft genug beklagt und in den Statistiken ausgewiesen. Ferner beträgt das Durchschnittsalter bei der ersten Geburt inzwischen knapp 30 Jahre, nach der beruflichen Ausbildung oder einem Studium stand also mehrere Jahre Zeit zur Verfügung, um zumindest die ersten Sprossen der Karriereleiter emporzuklettern. Schließlich endet die Belastung durch ein oder mehrere Kinder auch irgendwann, ab der Pubertät wird eine zu intensive Bemutterung von den meisten Kindern sogar abgelehnt. Auf ein Berufsleben von ca, 40 Jahre gerechnet beträgt die Zeit der Kindererziehung also nur rund ein Drittel.

Daß sehr viele Väter sich erheblich bei der Kindererziehung engagieren und dabei die gleichen Karrierenachteile erleiden wie Frauen, wird unterschlagen.

Ebenfalls wird die erhebliche Leistung von Männern bei der Altenpflege unterschlagen. Nach Hammer werden rund 5 Millionen ältere Menschen in Deutschland von etwa ebenso vielen Angehörigen zu Hause betreut und gepflegt. Rund ein Drittel dieser Angehörigen, ca. 1.8 Millionen, sind Männer.

Literatur:



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Falschaussage (Wirtschaft/Soziales) "Altersarmut ist ein Frauenproblem"


Aussagen wie "Altersarmut ist weiblich / ein Frauenproblem" suggerieren, nahezu ausschließlich Frauen seien von Altersarmut betroffen. Als Hauptursache der Altersarmut von Frauen wird immer wieder Kindererziehung angegeben, um Frauen als Opfer von geschlechtsbezogenen Diskriminierungen darzustellen.

Hier liegt ein klassischer Fall einer gefälschten Statistik und Vernebelungstaktik vor, der die Fakten regelrecht auf den Kopf stellt.

Als altersarm definieren kann man Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Nach den letzten Zahlen des Statistischen Bundesamts sind 415.568 Männer und 484.278 Frauen betroffen. Die Frauenquote unter den Altersarmen beträgt somit 53.8%. Das ist eine knappe Mehrheit, die Darstellung "Altersarmut ist ein Frauenproblem" ist somit eine grobe Verfälschung dieser Quote.

Für eine sachliche Bewertung des Problems müßte aber die Altersstruktur der Bevölkerung berücksichtigt werden: wegen der signifikant höheren Sterblichkeit von Männern weist die Bevölkerungspyramide für die Altersgruppen ab 65 Jahre einen deutlichen Frauenüberschuß aus. Bei den großen Altersgruppen von 70 - 80 Jahren kommen 115 - 130 Frauen auf 100 Männer, bei den kleineren Altersgruppen ab 80 kommen 150 bis über 300 Frauen auf 100 Männer.

Daher ist der Anteil der Personen, die von Altersarmut betroffen sind, bei Männern höher als bei Frauen. Wenn überhaupt, dann sind also Männer und nicht Frauen bei dem Risiko Altersarmut aufgrund des Geschlechts benachteiligt. Insofern laufen auch Versuche, die nicht vorhandene Benachteiligung von Frauen infolge Kindererziehung zu erklären, ins Leere. Es scheint je nach ideologischer Prägung kaum vorstellbar zu sein, daß auch Väter in die Kindererziehung investieren und deswegen weniger Karriere als Männer ohne Kinder machen. Das Risiko, wegen Kindern im Alter weniger Rente zu beziehen, ist somit für Männer ebenfalls vorhanden. Die implizite Behauptung, ausschließlich Frauen seien davon betroffen, ist reine Propaganda.

Ausführlichere Analyse:



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Falschaussage (Wirtschaft) "Mehr Frauen in Unternehmensvorständen führen zu einem höheren Unternehmenserfolg"


Die Literatur zum Thema "Frauen in Vorständen" ist kaum noch überschaubar, die Zahl der einschlägigen Publikationen liegt weit über 100. Auf der separaten Seite Frauen in Unternehmensvorständen wird der Stand der Wissenschaft hierzu ausführlicher dargestellt. Zwei sehr umfangreiche Metastudien kommen zu der klaren Bewertung, daß der derzeitige Forschungsstand eine generelle ökonomische Vorteilhaftigkeit von Gender Diversity nicht beweist.

Dies hält allerdings führende feministische Politiker keineswegs davon ab, immer wieder anderslautende unwahre Behauptungen zu verbreiten. An Dreistigkeit kaum zu überbieten ist der häufige Hinweis, die unwahre Behauptung sei durch die sog. "McKinsey-Studie" (s.u.) bewiesen.

Das einzige Land, von dem ein flächendecker Erfolgsvergleich von männlich und weiblich geführten Unternehmen bekannt ist, ist Schweden. Schweden ist wegen seiner streng feministischen Ausrichtung ein ideales Versuchsobjekt. In einer äußerst umfangreichen Analyse wurden 125.000 schwedische Unternehmen auf ihre Umsatzrendite hin untersucht. Weiblich geführte Unternehmen verdienten entgegen den Erwartungen statistisch 8,4 % weniger als männlich geführte. Ungleiche Branchenverteilungen und andere Störfaktoren wurden dabei statistisch herausgerechnet.

Quellen

Die McKinsey-Studie "Women Matter" (2007)

Einer der am häufigsten zitierten "Belege" für die These, daß mehr Frauen in Unternehmensvorständen zu einem höheren Unternehmenserfolg führen, ist das folgende oft als "McKinsey-Studie" oder "Catalyst-Studie" (Catalyst ist eine feministischen Pressure Group innerhalb von McKinsey) bezeichnete Werk:
Georges Desvaux, Sandrine Devillard-Hoellinger, Pascal Baumgarten: Women Matter - Gender diversity, a corporate performance driver. McKinsey & Company, 2007. http://www.mckinsey.de/sites/mck_files/files/Women_Matter_1_brochure.pdf
Beispielsweise verweist EU-Kommissar Viviane Reding wiederholt darauf, u.a. in Frauen in wirtschaftlichen Entscheidungspositionen in der EU: Fortschrittsbericht.

Die Studie ist hochgradig unwissenschaftlich, sie erfüllt nicht einmal elementarste Anforderungen wissenschaftlich sauberen Arbeitens:

  • Basis der Statistiken sind "231 public and private companies, as well as non-profit organisations". Über die Zusammensetzung dieser Grundgesamtheit ist nichts bekannt, insb. ob sie repräsentativ für irgendetwas sind. Hiervon wurde 101 Organisationen ausgesucht, bei denen Befragungen durchgeführt wurden. Über die Befragungen werden keine Details (z.B. Stichprobenbildung, Rücklauf) verraten.
  • Bewertet wurden 9 Aspekte, die ein Indiz für "organisational excellence" darstellen (Bild 6). Bei den meisten wurden nur marginale Differenzen zwischen rein männlich geführten und gemischt geführten Organisationen (Bild 8) festgestellt. Ferner wurden 3 Aspekte der "economic performance" untersucht. Dabei ergab sich nur beim Average EBIT ein deutlicher Vorteil (Bild 9), wobei allerdings aus ungenannten Gründen die Firmen aus dem Finanzsektor ausgelassen wurden und im Endeffekt nur noch 73 Unternehmen einbezogen wurden.
  • Die Unternehmensdaten beziehen sich auf den Zeitraum 2003-2005, Diese liegt überwiegend in der ausgeprägten konjunkturellen Schwächephase von 2002-2004. In derartigen Phasen ist eine risikoaverse, defensive Unternehmensführung vorteilhafter als eine chancenorientierte, die in konjunkturellen Stärkephasen vorteilhafter ist.
  • Es fehlt jegliche Analyse, ob die verglichenen Gruppen von Organisationen gleichartig zusammengesetzt sind, z.B. hinsichtlich Länderverteilung, Branche, Größe) und ob die ermittelten, meist kleinen Unterschiede statistisch signifikant sind.
Die ohnehin wenig aussagekräftigen Ergebnisse der Studie können auf keinen Fall auf beliebige Branchen, Länder oder andere Zeiträume übertragen werden. Die Studie weist auf S.14 wörtlich darauf hin, daß sie keinen Zusammenhang zwischen einer hohen Frauenquote und besserem Unternehmenserfolg beweist! ("... these studies do not demonstrate a causal link" [zwischen mehr Frauen und mehr Unternehmenserfolg]). Dies ist völlig richtig, nicht nur wegen der haarsträubenden wissenschaftlichen Qualität, sondern auch, sondern weil generell nicht von einer Korrelation (oder simplen Statistik) auf eine Kausalität geschlossen werden darf und weil viele Indizien darauf hindeuten, daß die Kausalität, wenn überhaupt, eher in der umgekehrten Richtung verläuft.

Trotz der gravierenden Mängel wird diese Studie immer wieder als Beweis für die Behauptung, gemischte Teams seien erfolgreicher, zitiert. In seriösen Übersichten und Zusammenfassungen zu diesem Thema wird diese Behauptung eindeutig vermeint.

Ergänzend zu den fachlichen Defiziten bleibt anzumerken, daß McKinsey als Personalrekrutierer arbeitet und umso höhere Beratungshonorare erzielen kann, je verzweifelter die Firmen nach qualifizierten Frauen für Leitungspositionen suchen müssen. Hauptzweck der Studie ist offensichtlich, entsprechende Aufträge zu generieren, ferner sich selbst politisch korrekt als feministisch orientiert darzustellen. Die erste Hälfte des Textes enthält nur allgemein bekannte Statistiken zu Bevölkerungs- und Bildungsentwicklung und beschreibt vor allem politische Gründe, Frauen noch mehr als bisher zu fördern. Insgesamt hat der Text den Charakter einer Werbebroschüre; von daher ist nicht anzunehmen, daß die Autoren ergebnisoffen untersucht haben, ob höhere Frauenquoten in Vorständen wirtschaftlich vorteilhaft sind.



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Falschaussage (Wirtschaft) "In Ländern, wo es Quoten gibt, hat sich das positiv für die Unternehmen ausgewirkt."


Bei solchen Behauptungen fällt es manchmal schwer, einen höflichen Ton beizubehalten. Zunächst fällt auf, daß die Aussage äußerst vage ist.
Was sind "die Unternehmen eines Landes"?
Was sind "positive Auswirkungen"? Waren die Unternehmen nach Einführung einer Quote im Landesdurchschnitt "erfolgreicher" geworden als vorher?
Wie mißt man den Erfolg? Am Börsenkurs (sofern gelistet)? Am Umsatz? An Tobin's Q? An der Frauenquote im Vorstand?
Diese Aussage klingt zwar toll, wenn mit voller Inbrunst vorgebracht, ist dermaßen vage, daß sie nahezu sinnfrei ist.

Wenn man nun die unklaren Begriffe einigermaßen plausibel konkretisiert, findet man sofort krasse Gegenbeispiele, die eher die genau umgekehrte Aussage plausibel erscheinen lassen, daß sich Quoten negativ auf die Unternehmen auswirken:

  1. Das einzige bekannte Fall eines Landes, bei dem man eine Frauenquote zwangsweise eingeführt wurde und bei dem man die Auswirkungen auf "alle wichtigen" Unternehmen genau analysiert hat, ist Norwegen. Dort wurden 2003 eine Frauenquote von 40% verordnet. Hochkarätige wissenschaftliche Publikationen haben einwandfrei nachgewiesen, daß die erzwungene Quote die Unternehmen sehr negativ beeinflußt hat und in großem Stil Firmenwert vernichtet hat. Die bekanntesten wissenschaftlichen Publikationen sind: Kenneth R. Ahern, Amy K. Dittmar: The Changing of the Boards: The Impact on Firm Valuation of Mandated Female Board Representation und David A. Matsa, Amalia R. Miller: A Female Style in Corporate Leadership? Evidence from Quotas" .
  2. Man vergleiche das wirtschaftlich sehr erfolgreiche Deutschland - als ein Land ohne gesetzliche Frauenquote und mit sehr geringen faktischen Frauenanteilen in Vorständen - mit den anderen EU-Mitgliedstaaten, die oft gesetzliche Quoten oder viel höhere faktische Frauenanteile in den Vorständen haben, aber wirtschaftlich weitaus weniger erfolgreich sind. Offensichtlich besteht eine negative Korrelation zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Frauenquoten. Wegen der Größe von Deutschland ist alleine dieses krasse Gegenbeispiel ausreichend, um zu zeigen, daß die Aussage "In Ländern, wo es Quoten gibt, hat sich das positiv für die Unternehmen ausgewirkt." unhaltbar ist.


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Falschaussage (Wirtschaft) "Frauen besitzen nur 1% aller weltweiten Vermögenswerte."


Ein Klassiker unter den Falschaussagen. Die Aussage ist unklar (was sind "Vermögenswerte"? in welche Währung werden sie umgerechnet?) und kaum eindeutig beweisbar. Tatsächliche Indizien lassen sich kaum finden, die Behauptung wurde vor sehr langer Zeit in die Welt gesetzt und immer wieder zitiert und nur aufgrund der häufigen Zitierungen nicht angezweifelt (s. Woozle effect). Ihr Ursprung, soweit er sich rekonstruieren läßt, war eine willkürliche, methodisch unhaltbare Schätzung. Der folgende Artikel geht der Entstehung dieser Falschaussage - der diplomatisch als "Mythos" bezeichnet wird - nach:

Philip Cohen: 'Women Own 1% of World Property': A Feminist Myth That Won't Die. The Atlantic. 2013. http://www.theatlantic.com/sexes/archive/2013/03/women- ... 273840/


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Falschaussage (Wirtschaft) "Die Subprimekrise (ab 2007) wäre mit Frauen an der Macht nicht passiert."


Die bis heute nachwirkende US-Immobilienkrise (auch Subprimekrise genannt) wurde durch gigantische Spekulationen mit verbrieften US-Hypothekenkrediten vom Schuldnern mit minderer Bonität verursacht. Auf dem Höhepunkt der Krise und auch später wurde immer wieder das Bild des verantwortungslosen Börsenzockers bemüht, der unter steigendem Testosteroneinfluß immer irrsinnigere Wetten abschließt. Unzählige Male wurde die These aufgestellt, die Männer seien Schuld an der Krise und das Desaster wäre nicht passiert, wenn Frauen die Macht in den Banken hätten. Frauen sind nämlich verantwortungsbewußter und risikoaverser. Die Schuld "der Männer" an der Finanzkrise war auch vielfach ein Argument, durch Frauenquoten in Machtpositionen das Unheil durch die Männer zu reduzieren.

Die später oft als finanzielles Ultragift bezeichneten Finanzderivate waren sogenannte Credit Default Swaps bzw. Collateralized Debt Obligations. Diese waren so tückisch konstruiert, daß selbst Banken als Käufer dieser Produkte deren Gefährlichkeit unterschätzten (was Jahre später zu heftige Schadenersatzprozessen führte). Details sparen wir uns hier.

Als maßgebliche Erfinderin des Credit Default Swap (CDS) gilt Blythe Masters. Sie machte bei JP Morgan eine steile Karriere und wurde bereits im Alter von 34 Chief Financial Officer von JP Morgan (von 2004 - 2007). JP Morgan war damals Pionier bei der Einführung von CDS. Sie wurde bei JP Morgan reich und berühmt mit ihrem Ultragift.

Gemäß dem feministischen Motto "Frauen können alles" können Frauen auch Finanzkrisen erzeugen. Ohne die von Frau Masters erfundenen und propagierten CDS (und ohne die Hilfe anderer "erfolgreicher" Kolleginnen) hätte es die Finanzkrise nicht gegeben! Man kann nur spekulieren, ob die Subprimekrise vermieden worden wäre, wenn man keine gewissenlose weibliche Spekulanten auf Machtpositionen in den Banken gelassen hätte.



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Geschichtsfälschungen

Übersicht


Geschichte hat aus Sicht von Ideologen und Populisten die entscheidende Eigenschaft, einerseits bewußtseinsbildend zu sein - jeder Mensch bezieht seinen Begriffs- und Werterahmen großenteils aus der Geschichte -, andererseits vergangen, prinzipiell nicht mehr kontrollierbar und bei entsprechender politischer oder medialer Macht beliebig manipulierbar. Geschichtsfälschung bzw. Geschichtsrevisionismus ist daher ein Lieblingssport totalitäter Systeme, am besten illustriert in Orwells Ministerium für Wahrheit und dessen Kontrolle der Vergangenheit.

Geschichtsfälschungen sind daher im Feminismus guter Brauch, man kann zwei Kategorien unterscheiden:

  1. Geschichtsfälschungen, die den historischen und immerwährenden Opferstatus von Frauen beweisen sollen.

    • Das wichtigste Beispiel sind die Hexenverfolgungen, s. hierzu eigenen Abschnitt. Diese Geschichtsfälschung war lange Zeit eine entscheidende Basis für das Selbstbild er feministischen Bewegung und erklärt teilweise deren Radikalisierung.
    • Eine weitere Fälschung einer Geschichte ist die scheinar authentische Selbstdarstellung von Betty Friedan in Ihrem Buch "The Feminine Mystique". Dieses Buch war ein Meilenstein in der feministischen Bewegung, es wurde millionenfach gelesen. Betty Friedan potraitiert sich darin als einsame und eingekerkerte Vorstadt-Hausfrau, die an ihrer politischen Entfaltung und gesellschaftlicher Teilhabe gehindert wird. Diese Pseudo-Autobiographie ist eine einzige Lüge. Betty Friedan war eine bestens vernetzte Aktivistin und ein Polit-Profi. Mehr hierzu s. Fetters (2013) und Horowitz (1998). "The Feminine Mystique" baut ferner auf mehrere wissenschaftliche (Geschichts-) Fälschungen anderer Autorinnen auf (s. Wolfe (1999)).
    • Die angebliche Verfolgung lesbischer Frauen im Nationalsozialismus. Tatsächlich war Homosexualität unter Frauen in Nationalsozialismus strafbar, lesbische Frauen wurden nicht verfolgt. Im Gegensatz dazu wurden tausende Schwule bestialisch ermordet.
  2. Geschichtsfälschungen, die besondere Leistungen von Frauen beweisen sollen und die i.w. nur das Selbstwertgefühl von Frauen stärken sollen. Beispiele:

    • Ada Lovelace, die als historisch erster Programmierer gepriesen wird, dies aber nicht war. Mehr hierzu auf einer separaten Seite Ada Lovelace - eine große Lüge?.
    • Es wird immer wieder behauptet, der Feminismus habe das Wahlrecht für alle Frauen mit friedlichen - eben weiblichen - Mitteln erkämpft. Als Heldinnen werden in diesem Zusammenhang die Suffragetten genannt, die Anfang des 20. Jahrhunderts angeblich "vor allem mit passivem Widerstand, Störungen offizieller Veranstaltungen bis hin zu Hungerstreiks für ein allgemeines Frauenwahlrecht eintraten." Tatsächlich übten sie einen gewalttätigen Terror aus, inkl. Brandstiftung, Bombenanschläge und Mordversuchen.
      Wesentlich beteiligt waren die Suffragetten auch am "Orden der weißen Feder" (Order of the White Feather). Diese Frauenvereinigung führte während des Ersten Weltkrieges eine groß angelegte und sehr erfolgreiche öffentliche Diffamierungskampagne gegen Männer durch, die sich nicht freiwillig zum Kriegsdienst melden. Diese bekamen eine weiße Feder als Zeichen der Feigheit überreicht. Der "Orden der weißen Feder" ist indirekt für tausende auf den Schlachtfeldern gestorbene Männer verantwortlich.

Quellen



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Hexenverfolgungen als "Frauen-Holocaust" und Beweis für historischen Frauenhaß


Viele Feministinnen führen als Beweis für den jahrtausendealten Haß auf Frauen immer wieder die Hexenverfolgungen bzw. Hexenverbrennungen im Mittelalter an. Manche leiden bei der Erinnerung an diese bestialische Vorgänge auch heute noch persönlich mit und beziehen daraus einen großen Teil ihrer Energie, das Patriarchat - hier in Gestalt der Männer, die damals wehrlose Frauen gefoltert und umgebracht haben - zu bekämpfen. Leider zeugt diese Geschichtsauffassung von sprachlicher und historischer Unbildung. Sie ist objektiv falsch und weitgehend das Resultat feministischer Propaganda.

In der 2. feministischen Welle spielte die Verbreitung eklatant falscher Darstellungen der Hexenverfolgungen ("Frauen-Holocaust") sogar eine wesentliche Rolle bei der Entstehung radikalisierter Strömungen und dem dort zu beobachtenden Haß auf Männer (s.u.). Sofern man eine Art kollektives Gedächtnis bzw. Bewußtsein unserer Kultur unterstellt, kann man den klassischen Opferstatus von Frauen und die auch heute noch beobachtbare Verachtung von Männern zumindest teilweise auf die massiven Geschichtsfälschungen im Kontext der Hexenverfolgungen zurückführen.

Sprachliches: "Hexe" ist ein generisches Femininum

Die deutsche Sprache enthält zwar nur wenige, aber trotzdem prinzipiell auch generische Feminina (analog zum generischen Maskulinum), z.B. Hexe, Zicke, Grazie, Jungfrau u.a., also Substantive, deren grammatisches Geschlecht (genus) weiblich ist, die eine Art Gattungsbezeichnung darstellen und die überwiegend für Frauen gebraucht werden, aber prinzipiell auch für Männer benutzt werden können. "Hexe" ist übrigens kein vom Verb "hexen" abgeleitetes Substantiv, das ist "Hexerin" (analog zu "sehen" - "Seherin").

Männliche Hexen werden als "Hexer", "Hexenmeister" oder "Zauberer" bezeichnet. In Komposita wie "Hexenverbrennung" oder Hexenverfolgung ist "Hexe" immer als geschlechtsneutrale Gattungsbezeichnung zu verstehen, zumal auch bei den damit bezeichneten historischen Vorgängen immer Männer und Frauen ermordet wurden. Frauen sind hier also nur mitgemeint.

Historische Fakten: Männer wurden ebenfalls verfolgt

In diversen historischen Dokumenten, die Anleitungen zur Hexenverfolgung beinhalten, wird auch dazu aufgerufen, Männer zu verfolgen, es besteht hier kein prinzipieller Unterschied zu Frauen. Das bekannteste Dokument ist der Hexenhammer: Dieses Buch legitimiert die Hexenverfolgung und enthält Anleitungen zu den bestialischen Folterpraktiken bei Verhören. Es wurde über rund 200 Jahre lang verbreitet und hatte 29 Auflagen. Auch wenn hier überwiegend von Frauen die Rede ist, werden an vielen Stellen explizit auch Männer genannt.

Tatsächliche Männerquoten unter den Hexen

Die tatsächliche Männerquoten unter den Opfern der Hexenverfolgung waren regional und historisch uneinheitlich. In Nordeuropa waren überwiegend Männer betroffen (zwischen 50 % in Finnland und bis zu 90 % in Island). In ganz Europa waren es mit 75 bis 80 % der Verfolgten überwiegend Frauen. Die vielfach verbreitete These, es habe sich um organisierten Massenmord ausschließlich an Frauen gehandelt (Gynozid), ist vor diesem Hintergrund unhaltbar.

Historische Falschdarstellungen der Hexenverfolgung und deren Bedeutung für den Feminismus

Die im 15. - 17. Jahrhundert stattgefundene Hexenverfolgung wurde schon seinerzeit und später immer wieder massiv verfälscht dargestellt und für politische Zwecke instrumentalisiert. Insbesondere wurden die Opferzahlen stark überhöht dargestellt. Während seriöse Schätzungen auf ca. 30.000 - 60.000 Opfer kommen, ist in vielen Propagandaschriften von 9 Millionen und mehr die Rede. Behringer (1998) gibt eine sehr ausführliche und interessant zu lesende Übersicht.

Peinlicherweise von den Nationalsozialisten übernahm zunächst in den 30er Jahren der völkische Feminismus Falschdarstellungen und verortete die Hexenverfolgung als "organisierte Frauenausrottung". Nach dem Krieg sorgte vor allem der radikale Feminismus, z.B. durch Bewegungen wie der Women's International Terrorist Conspiracy from Hell - WITCH, für ein Wiederaufleben der Geschichtsfälschungen und das Entstehen eines neuen Hexenmythos. Der Abschnitt "Das Große Brennen im neuen Feminismus" in Behringer (1998) führt hierzu aus:

Außerhalb der professionellen Historiographie kam es jetzt in den USA zu einem rapiden Anstieg der Opferzahlen. "Millions" ließen Barbara Ehrenreich und Deirdre English 1973 in ihrem schmalen, aber einflußreichen Büchlein "Hexen, Hebammen und Krankenschwestern" hinrichten, einer mittlerweile klassischen Publikation der neuen Frauenbewegung, welche die Verschwörungsthese propagiert, Ärzte hätten mit Hexenverfolgungen die Frauen aus den Gesundheitsdiensten eliminieren wollen. [76] Eines der einflußreichsten Produkte des akademischen Feminismus, "Gyn/Ecology" von der amerikanischen Religionsphilosophin Mary Daly, erhebt diese Zahlen zum Zentralstück ihrer These vom unterdrückerischen Charakter "des Patriarchats" [77]. In diesem Kontext kam es in den 1970er Jahren zu expliziten Vergleichen der Hexenverfolgung mit dem Holocaust an den europäischen Juden, wobei neben Andrea Dworkin insbesondere Mary Daly den Genozid durch einen "Gynozid" übertreffen wollte. [78] Diane Purkiss, Lecturer in English an der University of Reading, hat herausgearbeitet, in welcher Weise sich Daly dabei selbst zur Hexe stilisierte und möglichen Kritikern die Rolle der Inquisitoren zuweist, wobei sie in ihrem denunziatorischen Duktus eher den Verfassern des "Hexenhammers" als den verfolgten Frauen gleiche. .... "The Great Burning" [diente] als Legitimation der eigenen Radikalität.

Purkiss diagnostizierte eine Art Wettbewerb mit dem Ergebnis, "daß Frauen mehr gelitten hätten als alle Opfer von Rassismus und Völkermord". Das Bestehen auf dem "Verbrennen" (burning) deute auf die Parallelisierung mit den Krematorien, wenn nicht auf Hiroshima oder Dresden. Die Botschaft, die Hexenverfolgung sei in Wirklichkeit eine Frauenverfolgung gewesen und diese habe den Holocaust quantitativ weit übertroffen, .... ... werden hier mit Opferzahlen bis zu 13 Millionen Hexen neue Superlative erzielt, natürlich ohne die Spur eines Beleges, ....

Behringer listet eine große Zahl von feministischen Werken auf, in denen die Zahl der getöteten Frauen extrem übertrieben dargestellt wird und merkt zu unseren Mainstream-Medien, die wesentlichen Anteil an der Verbreitungen der Geschichtsfälschungen hatten, an: "Wenn man bedenkt, welches Vertrauen selbst gebildete Leser in die großen liberalen Zeitungen setzen, weil man hier die Selbstkontrolle durch eine informierte Redaktion erwartet, verdient das Verhalten von Magazinen wie "Der Spiegel" [87] und "Der Stern", oder auch der "Süddeutschen Zeitung" besondere Aufmerksamkeit."

Quellen



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Falschaussagen über Beziehungen und Sexualität

Falschaussage (Sexualität) "Ein Viertel aller Frauen werden im Laufe ihres Lebens wenigstens einmal vergewaltigt."


Bei dieser Aussage ist zunächst einmal unklar, (1) auf welches Land bzw. welchen Kulturkreis sie sich bezieht, (2) auf welchen historischen Zeitraum sie sich bezieht (viele Analysen liegen Jahrzehnte zurück), und (3) welche Definition von Vergewaltigung (beispielsweise macht sich ein Mann in Schweden als Vergewaltiger strafbar, wenn er einvernehmlichen, aber ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer Frau hat) unterstellt wird. Die Aussage wird regelmäßig in dem Sinne eingesetzt, daß sie überall, zu allen Zeiten und im Sinne einer physischen Gewaltanwendung gilt.

Deutschland

Laut Polizeilichen Kriminalstatistik 2012 wurde in 2012 insg. 8.031 Fälle von Vergewaltigung und sexuelle Nötigung (StGB § 177 Sexuelle Nötigung; Vergewaltigung) angezeigt. (Zum Vergleich: in 2012 wurden 2.126 Fälle von Mord und Totschlag, 48.711 Raubdelikte und 136.077 gefährliche und schwere Körperverletzungen angezeigt. Bei den Fallzahlen sind die Versuche enthalten und weisen zum Teil einen erheblichen Anteil aus. Dessen ungeachtet scheinen wir eine sehr ausgeprägte Raub- und Körperverletzungs-Kultur zu haben.) Von den 8.031 Fällen wurden 80,7% aufgeklärt, allerdings bleibt unklar, welche Prozeßergebnisse die aufgeklärten Fälle darstellen. Um die Zahlen zu bewerten, müssen folgende Fälle unterschieden werden:
  1. Es fand tatsächlich eine Vergewaltigung statt und der Mann wurde verurteilt.
  2. Es fand tatsächlich eine Vergewaltigung statt und der Mann wurde aus Mangel an Beweisen nicht verurteilt.
  3. Es handelt sich um eine Falschbeschuldigung, es fand also keine Vergewaltigung statt. Eine Falschbeschuldigung ist eine Straftat, die dazu führt, daß die Frau umgekehrt angeklagt wird. Die Frau wurde verurteilt.
  4. Es handelt sich um eine Falschbeschuldigung, aber die Frau wurde aus Mangel an Beweisen nicht verurteilt.
Die meisten Anklagen führen zum Freispruch des Angeklagten. Ein einstelliger Prozentsatz führt zu Gegenanklagen (und Verurteilung) der weiblichen Ankläger wegen Falschbeschuldigung. Ob die Freisprüche wegen erwiesener Unschuld (obiger Fall 4) oder nur aus Mangel an Beweisen (Fall 2) erfolgten, geht aus den Statistiken nicht hervor und dürfte auch nicht feststellbar sein. Feministische Quellen stellen die Quote der Falschbeschuldigungen oft als vernachlässigbar klein dar, hierbei handelt es sich um eine separate Falschaussage. Seriöse Quellen gehen von einer Falschbeschuldigungsquote von 30 - 50% aus.

Über die Zahl der tatsächlichen Vergewaltigungen kann daher nur spekuliert werden, zumal von einer hohen Zahl nicht angezeigter Fälle auszugehen ist. Mit sehr viel Spekulation kann man daher schließen, daß in Deutschland pro Jahr mehrere 10.000 Vergewaltigungen stattfinden. Bei rund 40 Mio. Frauen in Deutschland liegt damit die Wahrscheinlichkeit, im Zeitraum von einem Jahr Opfer einer Vergewaltigung zu werden, in der Größenordnung von 1/1000. Der Anteil der Männer, die eine Vergewaltigung begehen, ist kleiner, weil viele Vergewaltigungen von Mehrfachtätern begangen werden.

Sofern man einen historisch gleichmäßigen Verlauf dieser Jahresquoten unterstellt, sind selbst bei einem Durchschnittszeitraum von 30 Jahren nur eine einstellige Prozentzahl betroffener Frauen zu erwarten.

Europa

Die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) hat Anfang 2014 Zahlen zur Gewalt gegen Frauen in den 28 EU-Mitgliedstaaten veröffentlicht, die in vielen Presseartikeln verbreitet wurden. Angeblich hat jede dritte Frau seit dem 15. Lebensjahr einen "körperlichen und/oder sexuellen Übergriff" (dies wird wegen des immer weiter ausgedehnten Vergewaltigungsbegriffs publizistisch kaum noch vom Vergewaltigungsbegriff gemäß § 177 StGB unterschieden) erlebt. Wesentlich beigetragen zu den hohen europaweiten Durchschnitten haben extrem hohe Zahlen von rund 50% in den skandinavischen Ländern, obwohl diese ausgesprochen feministisch sind. In den verschiedenen Ländern wurden indes völlig verschiedene Befragungsmethoden verwendet und es ist nicht sichergestellt und unwahrscheinlich, daß einheitliche "Gewalt"-Begriffe verwendet wurden. Die Statistik ist insgesamt derart hanebüchen, daß sie als Unstatistik des Monats März 2014 gewählt wurde.

USA

Die zitierte Falschaussage bezieht sich häufig auf USA oder Nordamerika und wird von dort unzulässig auf Deutschland übertragen. In den USA propagieren einflußreiche Kreise den Begriff "rape culture", der ausdrücken soll, Vergewaltigungen von Frauen durch Männer seien gesellschaftlich akzeptiert und passierten praktisch täglich. Die offiziellen Statistiken weisen aber so gravierende Fehler auf, daß McElroy die Zustände mit der "großen Lüge", einer von Hitler empfohlenen Propagandatechnik, vergleicht. Quellen hierzu:


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Falschaussage (Sexualität) "Es ist undenkbar, daß eine Frau eine Vergewaltigung erfindet."


Aussagen dieser Form gibt es in mehreren Varianten. In fanatisierten Zirkeln wird bereits die Möglichkeit, eine Frau könnte im Zusammenhang mit sexuellen Kontakten die Unwahrheit sagen, als unerträglicher Sexismus angesehen. Aufgrund des Definitionsmachtkonzepts ist es sogar prinzipiell unmöglich, daß eine Frau die Unwahrheit sagt, weil ihr Eindruck ja gerade definiert, was die Wahrheit ist.

In der breiteren Öffentlichkeit sind weniger krasse Standpunkte verbreitet, z.B. daß "eigentlich eher" der Frau geglaubt werden muß, die letztlich auf dem Konzept der ethischen Überlegenheit von Frauen basieren. Ähnlich unhaltbar sind Schätzungen, die Falschbeschuldigungsquote betrage nur vernachlässigbare 3 % (s.u. Quellen).

Einigermaßen seriöse Schätzungen wie die des Bayerischen Landeskriminalamts (s.u.) kommen auf eine Falschbeschuldigungsquote von 33%. Diese hohe Quote ist keineswegs überraschend, denn das Risiko einer Frau, bei einer intelligent angestellten Falschbeschuldigung erwischt und verurteilt zu werden, ist sehr gering. Motive für Falschbeschuldigungen gibt es zu Genüge, angefangen von psychischen Erkrankungen wie im aktuellen Fall Kark Dall über Beziehungsprobleme, Rachegefühle nach Trennungen oder Auseinandersetzungen um das Sorgerecht für gemeinsame Kinder.

Literatur

  • Elsner, Erich; Steffen, Wiebke: Vergewaltigung und sexuelle Nötigung in Bayern. München 2005. Bayerisches Landeskriminalamt. 1. Auflage. ISBN 3-924400-16-4, 2013. http://www.polizei.bayern.de/content/4/3/7/vergewaltigu ... pfi.pdf
    S. 157: ... Die nach Meinung der polizeilichen Sachbearbeiter zumindest "eher" als Vortäuschung oder falsche Verdächtigung einzustufenden Fälle machen zusammen mit den ohnehin als Vortäuschung oder falsche Verdächtigung angezeigten einen Anteil von etwa einem Drittel an allen den Vorfällen aus, die sich für die Polizei zunächst als Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung dargestellt haben.
  • Arne Hoffmann: Freispruch: Sind Sie der nächste Jörg Kachelmann?. eigentümlich frei, 31.05.2011. http://ef-magazin.de/2011/05/31/3014-freispruch-sind-si ... helmann
    Listet eine größere Zahl von Quellen und Studien, in denen der Anteil der Falschbeschuldigungen bei Vergewaltigungsanklagen untersucht wurde. Der Anteil liegt typischerweise im Bereich von 30 - 50%, in Extremfällen bei 80%.
  • Mythos 3 % - Falschbeschuldigungsquote bei Vergewaltigungsvorwürfen http://litigationiswar.wordpress.com/2011/07/04/mythos- ... rwurfen
  • Gabriele Wolff: Alice Schwarzer und der Fall Jörg Kachelmann - Zwischenbilanz III, 30.1.2011. http://www.gabrielewolff.de/files/zwischen3.html
  • http://falserapesociety.blogspot.de/
    Diese Webseite war von 2008-2012 sehr aktiv mit über 2500 Blogposts, in denen viele einzelne Fälle von Falschbeschuldigung beschrieben werden. Hinzu kommt eine Liste von ca. 70 einschlägigen Studien und Veröffentlichungen. Die Fälle bzw. Publikationen beziehen sich durchweg auf die USA.


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Falschaussage (Sexualität) "Zehntausende von Frauen berichten in der #Aufschrei-Kampagne von ihrem täglichen Leid durch Sexismus."


Mehr hierzu auf der Seite #Aufschrei - eine Kurzanalyse.


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Falschaussagen über Frauen an Universitäten

Falschaussage (Universitäten) "Die geringe Zahl weiblicher Professoren ist auf Diskriminierungen in den akademischen Strukturen zurückzuführen"


Der Anteil der Frauen unter den Professoren ist weltweit gering. In grauer Vorzeit wurden Frauen hier massiv diskriminiert: der Bildungsaufstieg und die Besetzung von Professuren wurde ihnen gesetzlich verwehrt. Diese historischen Diskriminierungen wurden nach dem 2. Weltkrieg restlos beseitigt, der Frauenanteil unter den Professuren stieg aber trotzdem nur langsam an. Die Frage, warum immer noch so wenige Frauen Professor werden, wird häufig wie in folgendem Beispiel aus der feministischen ZEIT beantwortet: "Auch 'Old-Boys-Netzwerke' spielen laut Kritikern eine Rolle: In den Verfahren, in denen Professuren vergeben werden, sind männliche Bewerber im Vorteil, weil in den Kommissionen hauptsächlich Männer sitzen und die eher die - ihnen ähnlichen - Männer auswählen."

Derartige Verschwörungstheorien werden sowohl in redaktionellen Artikeln wie in Kommentaren dazu immer wieder geäußert. Nachweise werden nicht erbracht, wenn überhaupt, dann persönliche Erlebnisse von Frauen oder genauer gesagt die dadurch ausgelösten Gefühle oder Verdächtigungen.

Die Fakten besagen exakt das Gegenteil der Verschwörungstheorien. Gerade an Universitäten sind Strukturen, die Frauen bevorteilen und Männer diskriminieren, offensichtlich, und die Beseitigung dieser strukturellen Diskriminierung von Männern ist eine der Kernthemen und -Forderungen des Maskulismus.

Die Unterstellung, weibliche Bewerber würden benachteiligt, "weil in den Kommissionen hauptsächlich Männer sitzen", verrät bestenfalls eine völlige Unkenntnis, wie Berufungsverfahren ablaufen, wenn man es nicht als bewußte Falschaussage bzw. Propaganda interpretiert.
In allen Stufen von Berufungsverfahren ist neben den Fachvertretern aus dem jeweiligen Fachbereichen stets die Frauenbeauftragte involviert. Diese kann sämtliche Unterlagen einsehen und hat durch Sonderrechte, die faktisch auf eine Art Veto-Recht hinauslaufen, eine extrem starke Machtposition. D.h. die Interessen von weiblichen Bewerbern werden weitaus nachdrücklicher verfolgt als die von männlichen. Hierzu tragen auch Verfahrensvorschriften bei, wonach auch weibliche Bewerber zu Vorträgen eingeladen werden müssen, die bei gleicher Papierlage als Mann nicht eingeladen worden wären.
Sämtliche Schritte des Verfahrens müssen penibel dokumentiert werden. Die umfängliche Dokumentation wird mehrfach auf dem Instanzenweg (z.B. im Dekanat, im Fakultätsrat, im Senat, im Rektorat, im Ministerium) von verschiedenen Personen, darunter sehr vielen Frauen, überprüft. Dabei wird akribisch danach gesucht, ob weibliche Bewerber irgendwie benachteiligt wurden und das strategische Ziel der Frauenförderung beachtet wurde.



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Sonstige Falschaussagen

Falschaussage (theoretische Grundlagen) "Biologie spielt keine Rolle."


Eine der zentralen Fragen in der Geschlechterdebatte ist, ob das soziale Verhalten von Männern und Frauen, ihre sexuelle Präferenz oder sexuelle Identität, bestimmte Charaktermerkmale wie Risikoscheu/-Aversion, berufliche Präferenzen usw. aufgrund biologischer Einflußfaktoren in statistisch relevantem Ausmaß differiert, so daß z.B. Frauen statistisch häufiger soziale Berufe wählen und weniger Spaß an Ingenieurberufen haben. Im englischen Sprachraum wird dies auch als "nature vs. nurture"-Debatte bezeichnet.

Der Gender- (oder Radikal-) Feminismus behauptet, daß es keinen derartigen relevanten biologischen Einfluß gibt, sondern daß beobachtbare geschlechtsspezifische Präferenzen, darunter sogar die persönliche Geschlechtszugehörigkeit, sozial konstruiert, also willkürlich und damit änderbar sind. Mann nennt dies auch die "blank slate"-Hypothese, nach der der Mensch ein unbeschriebenes Blatt Papier ist und Sprache, Werte, Verhalten usw, dort ausschließlich kulturell eingeschrieben werden. Diese Auffassung bzw. Ideologie wird auch als Genderismus bezeichnet. D.h. jede einzelne Person kann z.B. zu einer beliebigen gewünschten sexuellen Orientierung oder beruflichen Präferenz hin erzogen werden. Teilweise wird auch die Existenz biologischer Geschlechter abgestritten, weil in seltenen Ausnahmefällen, z.B. Intersexuelle (Zwitter), Personen keinem der beiden normalen Geschlechter zugeordnet werden können. Diese Auffassung ist aber ähnlich fragwürdig wie die Aussage, Menschen hätten normalerweise nicht 5 Finder, sondern beliebig viele, weil in Ausnahmefällen Personen mit 4 oder 6 Fingern pro Hand geboren werden.

Daß das soziale Geschlecht einer Person völlig unabhängig von ihrem biologischen Geschlecht ist, ist bei fast allen Einzelpersonen so offensichtlich absurd, daß die Genderismus-These z.T. nur statistisch postuliert wird, d.h. im Einzelfall kann zwar ein biologischer Einfluß vorhanden sein, aber es wird postuliert, daß bei Männern und Frauen eigentlich (sozusagen "von Natur aus") bestimmte biologische Dispositionen statistisch gleich verteilt auftreten würden und Abweichungen davon auf äußere Einflüsse zurückgehen.

Der Differenzfeminismus und alle bekannten Varianten des Maskulismus behaupten das Gegenteil, also daß es einen relevanten biologischen Einfluß geben kann bzw. sehr wahrscheinlich gibt. Als Evidenz wird auf eine Vielzahl von Forschungsergebnissen in der Verhaltensbiologie (Zwillingsforschung, Vererblichkeiten von Talenten usw.) verwiesen. Das berühmte Buch von Steven Pinker The Blank Slate. The Modern Denial of Human Nature stellt den Forschungsstand dazu sehr umfangreich dar.

Die Behauptung des Differenzfeminismus ist deutlich weniger präzise als die des Genderfeminismus, weil das das Ausmaß dieses Einflusses offen bleibt, und von daher viel leichter mit Indizien zu unterstützen und somit weitaus leichter plausibel zu begründen. Die die "blank slate"-Hypothese steht vor dem großen Problem, daß sie mit sehr vielen biologischen und medizinischen Erkenntnissen nicht kompatibel ist und zu kaum beweisbaren Hilfsannahmen greifen muß.

Beide Behauptungen sind prinzipiell nicht eindeutig beweisbar bzw. widerlegbar, wie alle soziologischen Theorien. Dies gilt auch für die leichter begründbare Behauptung des Differenzfeminismus.

Ein Pseudo-Beweis

Der Genderfeminismus versucht teilweise, seine Behauptung damit zu beweisen, daß er versucht, die "Beweise" für Gegenbehauptung des Differenzfeminismus zu widerlegen. Nehmen wir zugunsten des Genderfeminismus an, daß ihm dies gelingt (ob dies tatsächlich gelingt, spielt hier keine Rolle), daß also der Differenzfeminismus seine Behauptung nicht mit Indizien unterfüttern und damit auch nicht aufrechterhalten kann.

Hieraus schlußfolgert der Genderfeminismus, seine eigene, entgegengesetzte Behauptung sei richtig. Diese Schlußfolgerung ist falsch, dieser bekannte logische Fehlschluß wird als Argumentum ad ignorantiam bezeichnet. Man erkennt den Denkfehler an einem simplen Beispiel:

  1. A behauptet, morgen werde das Wetter schön.
  2. B behauptet das Gegenteil, morgen werde das Wetter nicht schön.
  3. A weist B nach, daß der von B gelieferte Beweis nicht ausreicht, Bs Behauptung zu beweisen, B seine Behauptung also nicht beweisen kann.
    Wir wissen nun also nicht, ob die Behauptung von B stimmt. (Es kann aber trotzdem sein, daß die B seine Behauptung mit einem anderen, diesmal richtigen Beweis, der ihm vorher nicht eingefallen ist, beweisen kann.)
    Konkret im Beispiel: es ist also nicht bewiesen, daß das Wetter morgen schlecht sein wird.
  4. Hieraus können wir aber nicht schlußfolgern, daß die gegenteilige Behauptung von A damit bewiesen wäre, daß also morgen das Wetter schön sein wird.
Kurz gesagt: aus Nichtwissen kann man kein Wissen ableiten.

Konsequenzen

Wir können festhalten: Die Behauptung des Genderfeminismus bzw. Genderismus, es gebe keine biologische Faktoren, die ein unterschiedliches soziales Verhalten von Männern und Frauen verursachen, ist unbewiesen.

Die Korrektheit dieser Behauptung ist aber zentral für den (politisch bei uns dominierenden) Genderfeminismus. Von dieser Behauptung werden viele massive Eingriffe in den Rechtsstaat abgeleitet.
Ein Beispiel ist die Schlußfolgerung, daß Männer und Frauen statistisch gleichstarkes Interesse an allen Berufen haben und auch gleich gut dazu befähigt sind. Die in vielen Berufen auftretenden ungleichen Geschlechterverhältnisse weichen also von der ideologisch postulierten Gleichverteilung ab. Diese Diskrepanz zwischen Ideologie und Realität wird als Beweis dafür gewertet, daß Frauen diskriminiert werden. Aus den unterstellten Diskriminierungen von Frauen wird in einem weiteren Schritt abgeleitet, kompensatorische rechtliche Diskriminierungen von Männern durch Frauenquoten einzurichten.

Ergänzende Literatur

  • Zusammenstellung von ca. 50 Originalquellen mit biologischen Begründungen zu Geschlechterunterschieden: http://allesevolution.wordpress.com/2013/05/08/ubersich ... hieden/
  • David C. Geary: Male, Female: The Evolution of Human Sex Differences, Second Edition. APA Books, ISBN 978-1-4338-0682-7, 2013. https://www.apa.org/pubs/books/4318066.aspx
  • Steven Pinker: The Blank Slate: The Modern Denial of Human Nature. Penguin Books, 528 S., ISBN 978-0142003343, 2002. http://www.amazon.de/The-Blank-Slate-Modern-Denial/dp/0142003344
    Zusammenstellung der wichtigsten Belege für die biologische Begründung der Geschlechterunterschiede aus Pinkers Buch
  • Susan Pinker: Das Geschlechterparadox. Über begabte Mädchen, schwierige Jungs und den wahren Unterschied zwischen Männern und Frauen (Originaltitel: The Sexual Paradox. Extreme Men, Gifted Women and the Real Gender Gap). DVA, 2008.
    Aufbereitung und Verdichtung von rund 400 wissenschaflichen Originalpublikationen mit dem Gesamtresümee, daß Männer und Frauen signifikant verschiedene Talentverteilungen haben und biologische Dispositionen eine wesentliche Ursache des unterschiedlichen Sozialverhaltens sind.
  • Johanna Uekermann : Die Dekonstruktion der Geschlechter und ihre politischen Folgen. blog.jusos.de, 2012. http://blog.jusos.de/2012/09/die-dekonstruktion-der-ges ... -folgen
    Große Teile des Genderfeminismus streiten vehement ab, daß es so etwas wie ein biologisches Geschlecht gibt. Dies ist eine extreme Version der These "Biologie spielt keine Rolle". In diesem Text stellt die neue Vorsitzende der Jusos dar, warum die Jusos für die "Die Dekonstruktion der Geschlechter" kämpfen. Mit Bezug auf Judith Butler gilt "auch das das biologische ... Geschlecht als gesellschaftlich konstruiert ... Die Einteilung in 'männlich' bzw. 'weiblich' keine natürliche, unausweichliche Einteilung, ... Und was konstruiert wurde kann folglich auch wieder dekonstruiert werden." Der Artikel diskutiert ferner den inneren Widerspruch, daß man weiterhin Schutzräume für Frauen und Frauenquoten fordert, obwohl man die natürliche Existenz von Geschlechtern bestreitet.


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Falschaussage (theoretische Grundlagen) "Frauen können alles."


Google findet "Ungefähr 72.100 Ergebnisse" bei der Suche nach diesem Satz. Es handelt sich somit um einem Klassiker unter den falschen bzw. nicht empirisch beweisbaren Aussagen. Die Aussage als solche ist hochgradig unscharf und nahezu sinnfrei. Man kann sie als Replik auf nicht weniger dümmliche Aussagen wie "Frauen können nicht einparken" verstehen (die immerhin weniger vage sind, weil sie wenigstens die Tätigkeit, um die es geht, genau benennen). Das macht die Sache aber nicht besser und den Gehalt der Aussage nicht klarer.

Zunächst einmal muß der Begriff "etwas können" ersetzt werden durch "etwas erlernen können, also am Ende die gewünschten intellektuellen und/oder körperlichen Fähigkeiten aufweisen", denn von Natur aus können Menschen nicht sehr viel. Noch genauer sollte es heißen "etwas mit vertretbarem Arbeits- und Betreuungsaufwand erlernen können". Unter dieser Annahme kann man einige ganze Reihe von Versuchen durchführen zu erraten, was mit "Frauen können alles" wirklich gemeint sein kann und die Aussage in eine einigermaßen sinnvolle zu ändern:

  1. "Jede Frau kann alles, also jede Tätigkeit ausüben."
    Offensichtlich falsch.
  2. "Es gibt eine Frau (irgendwo auf dieser Welt), die kann jede Tätigkeit ausüben."
    Offensichtlich auch falsch.
  3. "Zu jeder Tätigkeit findet man eine oder mehrere Frauen, die diese Tätigkeit ausüben können."
    Offensichtlich falsch, fliegen kann niemand.
  4. "Zu jeder Tätigkeit, die wenigstens ein Mann ausüben kann, findet man eine oder mehrere oder gleich viele Frauen, die diese Tätigkeit auch gleich gut ausüben können."
    Unbewiesen bzw. offensichtlich falsch, einige Dutzend Männer, aber noch keine Frau haben die 100m in unter 10 Sekunden gelaufen.
  5. "Die Aussage 'Frauen können nicht X' (für X irgendeine Tätigkeit einsetzen) ist falsch."
    Das stimmt, denn die auch dies ist eine vage, unbeweisbare Aussage, also in diesem Sinne falsch. Daraus kann man aber nicht folgern "Frauen können X bzw. alles". Aus einer falschen Aussage kann man prinzipiell gar nichts folgern.
  6. "Man soll keine Vorurteile gegen Frauen haben, die frauenuntypische Tätigkeiten ausüben (wollen), und ihnen das nicht miesmachen oder sie entmutigen."
    Mit dieser Aussage sind auch eingefleischte Maskulisten einverstanden, nur hat sie mit "Frauen können alles" praktisch nichts mehr gemeinsam.
Die Realität ist leider, daß die Aussage "Frauen können alles" bei wichtigen Gelegenheiten in der 1. und dümmsten aller Varianten interpretiert wird.

Diese definitiv falsche Interpretation der Aussage ist eine notwendige Voraussetzung, wenn Frauenquoten in Berufen gefordert werden, an denen Frauen kein Interesse haben oder in denen sie unterdurchschnittliche Leistungen erbringen, und wenn der geringe Frauenanteil ausschließlich auf gläserne Decken und ähnliche unsicht- und unbeweisbaren sozialen Mechanismen zurückgeführt wird.
Man kann die Aussage in diesem Kontext ggf. etwas präziser fassen in der Form: "Die statistische Verteilung von Talenten ist bei Jungen und Mädchen gleich. Die beobachteten statistischen Leistungsdifferenzen sind nur Auswirkungen sozialer Einflüsse." Diese Aussage ist unbewiesen bzw. nicht beweisbar und es gibt plausible Gegenbeispiele (s. z.B. BBC-Videos).
Ferner stellt sie die Argumentationslogik auf den Kopf: Wenn die sozialen Einflüsse tatsächlich derart dominieren, dann spielen die natürlichen Talente als Ausgangsgröße offenbar keine Rolle in den Lernprozessen. Dann kann man aber auch nicht vom Endergebnis auf diese Ausgangsgröße zurückschließen

Die regelmäßige Interpretation der Aussage im Sinne der 1. Variante ist auch Ursache des vielbeklagten Überforderung, der sich Mädchen bzw. Frauen ausgesetzt sehen: Jede Frau bemerkt an sich selber, daß die ideologische Aussage "jede Frau kann alles" für sie nicht stimmen kann. Sofern sie sich nicht von der feministischen Ideologie emanzipiert und die Aussage nicht als falsch erkennt, führt sie die Diskrepanz zwischen Ideologie und Realität auf persönliches Versagen zurück. Diese bei Frauen massenhaft auftretende Gefühl des Versagens und Überfordertseins ist einer der gesellschaftlich relevanten Kollateralschäden des Feminismus.

Nachbemerkung: Die Aussage "Männer können alles" ist natürlich genausogroßer Unsinn. Allerdings haben Männer das Privileg, seit Jahrzehnten als das dümmere Geschlecht denunziert zu werden, was sie davor bewahrt, diese unsinnige Aussage ernst zu nehmen.



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