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Einstiegslektüre:

* Maskulismus in zwei Minuten
* Kernthemen und -Forderungen
* Maskulismus für Anfängerinnen

"Maskulismus die radikale Ansicht,
daß Männer keine Schweine sind,
sondern Menschen."

Hauptthemen:

* Maskulismus
* Feminismus und feministische Politik
* Gender-Studies und feministische Theorie
* Feministische Rhetorik und Kampfbegriffe
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Die blank-slate-Hypothese





Inhaltsübersicht



Zusammenfassung


Die allgemeine blank-slate-Hypothese postuliert, daß Menschen hinsichtlich ihrer sozialen, psychologischen, sexuellen, intellektuellen usw. Merkmale als "unbeschriebenes Blatt" geboren werden, also prinzipiell alle gleich sind. Die hier verwendeten Begriffe sind unscharf, daher gibt es mehrere Varianten bzw. Konkretisierungen der blank-slate-Hypothese (mehr dazu weiter unten). Da einzelne Menschen ganz offensichtlich verschieden sind, wird die Gleichheit oft statistisch verstanden und auf Menschengruppen bezogen, die mehr oder weniger willkürlich anhand von Geschlecht, Ethnizität, Religion oder anderen Merkmalen gebildet werden.

Die Negierung der blank-slate-Hypothese kann man als Suprematie-Hypothese bezeichnen, also als Hypothese, daß es z.B. intelligentere Geschlechter, Völker, Ethnien etc. gibt. Diverse konkrete Suprematie-Hypothesen sind historisch immer wieder als Begründung für Völkermord, Rassenhaß, Sklaverei, Frauenunterdrückung u.ä. benutzt worden. Aus diesem Grund ist die Negierung der blank-slate-Hypothese hochgradig tabuisiert, und es wird oft eine extreme Interpretation der blank-slate-Hypothese politisch durchgesetzt, wonach jegliche angeborene Unterschiede nicht nur zwischen Personengruppen, sondern sogar zwischen Personen negiert werden. Als Konsequenz hiervon werden beobachtbare Unterschiede zwischen Personen(gruppen) als ausschließlicher Effekt von sozialen Einflüssen interpretiert, aus Sicht der schlechter Abschneidenden also als Effekt von Diskriminierungen.

Daß aus der Suprematie-Hypothese unmenschliche Folgerungen abgeleitet wurden, ist aber prinzipiell kein Beweis, daß ihr Gegenteil, die blank-slate-Hypothese, stimmt. Selbst in den konkreten Fällen, wo die blank-slate-Hypothese offensichtlich nicht stimmt, dürfen keine unmenschlichen Folgerungen aus ihr abgeleitet werden.

Die blank-slate-Hypothese muß daher eigentlich explizit bewiesen werden (was praktisch unmöglich ist). Die politisch/ideologischen Machtverhältnisse sind indes oft so, daß kein expliziter Beweis der blank-slate-Hypothese verlangt werden darf, ähnlich wie bei religiösen Dogmen. Alleine das Verlangen eines Beweises wird oft scharf geahndet. In Debatten wird sie oft als versteckte Null-Hypothese vorausgesetzt.

Speziell auf die Geschlechterunterschiede bezogen, um die es hier vor allem geht, ist die blank-slate-Hypothese in vielen einzelnen Punkten wissenschaftlich unhaltbar, speziell man einzelne Persönlichkeitsmerkmale betrachtet und die Unterschiede nicht pauschalisierend verallgemeinert.



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Die allgemeine blank-slate-Hypothese


Die blank-slate-Hypothese postuliert, daß Menschen hinsichtlich ihrer sozialen, psychologischen und sexuellen Merkmale als "unbeschriebenes Blatt" (blank slate = leere Schiefertafel) auf die Welt kommen, also ohne Sprache, Vorwissen und angeborene Moralvorstellungen in relevantem Ausmaß geboren werden und kulturell beliebig geformt werden können bzw. müssen. Im Englischen wird dies auch als tabula rasa-Hypothese bezeichnet.

Die gegenteilige Hypothese lautet, daß die sozialen, psychologischen, intellektuellen und sexuellen Merkmale von Menschen in erheblichem Umfang biologisch bestimmt sind, insb. Intelligenz, sexuelle Attraktion, Temperament, Risikoaversion, teilweise sogar die politische Grundeinstellung. Man spricht hier auch von biologischen Dispositionen, um auszudrücken, daß ein statistisch signifikanter Einfluß vorhanden ist, nicht hingegen ein Determinismus, der einzelne Details einzelner Personen unwiderruflich bestimmt. Beispielsweise haben intelligente Eltern meist intelligente Kinder, aber nicht zwangsläufig.

Diese beiden gegensätzlichen Hypothesen werden auch als "Natur- vs. Kultur"-Gegensatz (engl. nature vs. nurture) bezeichnet. Diese Frage ist eine der grundlegendsten und meistdiskutierten philosophischen Fragen, die Antwort darauf hat gravierende Konsequenzen für die Wahrnehmung und Interpretation sozialer Phänomene, Moralvorstellungen u.a.m.

Ein fulminante inhaltliche Widerlegung der allgemeinen blank-slate-Hypothese lieferte Pinker (2002).



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Die blank-slate-Hypothese im Kontext der Geschlechterdebatte


In dieser Seite behandeln wir die blank-slate-Hypothese in einem speziellen Sinn, nämlich ob geschlechtsspezifisches Verhalten biologisch beeinflußt wird und insb. ob in diesem Bereich statistisch relevante Verhaltensunterschiede in wesentlichem Umfang auf biologische Einflußfaktoren zurückgeführt werden können. Wesentliche Verhaltensunterschiede sind empirisch nachweisbar in folgenden Verhaltensbereichen: Wenn man von der blank-slate-Hypothese ausgeht, dann können statistische Geschlechtsunterschiede nur kulturell verursacht ("sozial konstruiert") sein, z.B. daß Frauen risikoaverser sind daß Berufe wie Maurer, Soldat oder Ingenieur männlich dominiert sind, medizinische und erziehende Berufe hingegen weiblich. Die blank-slate-Hypothese ist eine grundlegende Annahme, um nicht zu sagen ein Dogma, der Gender Studies und weiter Teile der (radikal-) feministischen Ideologie. Die blank-slate-Hypothese wird dort oft als folgende Hypothese formuliert: "Geschlecht ist sozial konstruiert" (z.B. Meissner (2008)).

Diese Hypothese bzw. damit verbundene Ideologie wird auch als Genderismus bezeichnet.

Die begriffliche Unklarheit der (geschlechtsbezogenen) blank-slate-Hypothese

Die blank-slate-Hypothese "Geschlecht bzw. geschlechtsspezifisches Verhalten ist sozial konstruiert" wird regelmäßig durch eine Nebelwand von Vagheiten und Begriffsverschiebungen vor einer kritischen Hinterfragung geschützt.

  1. Der vorausgesetzte Begriff "Geschlecht" ist hochgradig mehrdeutig. Dieser abstrakte Begriff ist völlig unbrauchbar für konkrete Debatten, er ist nur Oberbegriff für mehrere biologische, psychologische und soziale Geschlechtsbegriffe, s. hierzu die separate Seite Kampfbegriff "Gender". Unklar bleibt:

    1. Die Begriffskategorie, also ob es sich um einen biologischen, psychologischen oder sozialen Geschlechtsbegriff handelt,
    2. die Menge der Ausprägungen, also die Klassifizierung von Menschen anhand von deren wahrgenommenen Geschlechtsmerkmalen in verschiedene Personenkategorien, die als "Geschlechter" bezeichnet werden. Letztere ist zumindest teilweise Ergebnis sozialer Prozesse. In allen Kulturen werden allerdings die beiden klar wahrnehmbaren biologischen Geschlechter Mann und Frau unterschieden. In manchen Kulturen gibt es aber zusätzliche Sonderfälle.
  2. Unklar bleibt ferner der Konstruktionsprozeß, also auf welche Personen sich das "sozial konstruiert" bezieht und wann und wie dieser Konstruktionsprozeß abläuft. Denkbar bzw. üblich sind hier zwei Interpretationen:

    1. die bei einer einzelnen Person vorliegende Ausprägung ihres Geschlechts: nach der blank-slate-Hypothese ist sozial bestimmt, hätte unter anderem sozialen Einfluß auch anders sein können und kann bei Bedarf auch nachträglich geändert werden.

      Die These, daß biologische bzw. medizinisch meßbare Geschlechtsausprägungen sozial beeinflußbar sind, ist völlig absurd.

      Daß das "soziale Geschlecht" einer konkreten Person völlig unabhängig von ihrem biologischen Geschlecht sein soll, ist bei fast allen Einzelpersonen ebenfalls absurd.

    2. die (gleichmäßige) Verteilung der Bevölkerung auf die postulierten Geschlechtskategorien. Bei dieser Variante der blank-slate-Hypothese wird konzediert, daß im Einzelfall zwar ein biologischer Einfluß vorhanden sein kann - zumal dieser heute nicht mehr seriös abgestritten werden kann. Es wird aber postuliert, daß bei Männern und Frauen als Kohorte eigentlich (sozusagen "von Natur aus") die Geschlechtskategorien statistisch gleich verteilt auftreten, weshalb man dies als statistische blank-slate-Hypothese bezeichnen kann, und Abweichungen von der Gleichverteilung auf äußere Einflüsse zurückgehen. Diese These ist unbewiesen und praktisch nicht beweisbar, s.u.


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Bedeutung und Verwendung der blank-slate-Hypothese


Moralische Bedeutung und Kontext der blank-slate-Hypothese

Von weitem betrachtet kann man sich wundern, wieso überhaupt eine spezielle, kaum beweisbare Hypothese über biologische bzw. psychologische Merkmal eine solche politische Bedeutung hat und mit nahezu religiösem Fanatismus als Dogma durchgedrückt wird, z.B. 2017 in der Google-Damore-Affäre.

Erklärbar ist dies relativ leicht durch die moralischen Grundwerte egalitärer Ideologien, zu denen die feministische Ideologien zählt. Dort werden soziale Ungleichheiten prinzipiell als Unrecht und besonders amoralisch verstanden. Erkennbar ist dies an der extremen Priorität, mit der die Beseitigung von sozialen Ungleichheiten durch Gleichstellungsmaßnahmen gefordert bzw. durchgesetzt wird.

An dieser Stelle ist es wichtig, sich klarzumachen, daß die extrem negative Beurteilung von sozialen Ungleichheiten in egalitären Ideologien ein völlig willkürliches moralisches Werturteil ist (Liberale und Konservative sehen sozialen Ungleichheiten in weitem Bereichen als unproblematisch an). Man kann diesem willkürlichen moralischen Standpunkt nun scheinbar eine objektive Begründung verschaffen, indem man

  1. von der blank-slate-Hypothese ausgeht und
  2. postuliert, daß dann in einer diskriminierungsfreien Gesellschaft - die ebenfalls moralisch hoch geschätzt wird - keine sozialen Ungleichheiten auftreten werden. Diese These klingt zwar plausibel, der faktische Reichtum und die Machtfülle der Funktionärskaste in der DDR oder der Sowjetunion deutet aber auf das Gegenteil hin.
Wenn umgekehrt die blank-slate-Hypothese nicht gelten würde, wären sozialen Ungleichheiten sehr wahrscheinlich, ein unerträglicher Gedanke in egalitären Ideologien. Die Vehemenz, mit der die blank-slate-Hypothese vertreten wird, erklärt sich also mit dem moralischen Werten egalitärer Ideologien.

Offensichtlich ist es hochgradig wissenschaftsfeindlich, aus moralischen Standpunkten abzuleiten, welche biologischen bzw. psychologischen zulässig bzw. politisch korrekt sind.

Politische Bedeutung der blank-slate-Hypothese

Von der blank-slate-Hypothese werden viele massive Eingriffe in den Rechtsstaat und rechtliche Diskriminierungen von Männern abgeleitet. Ein Beispiel ist die Schlußfolgerung, daß Männer und Frauen statistisch gleichstarkes Interesse an allen Berufen haben und auch gleich gut dazu befähigt sind. Die in vielen Berufen auftretenden ungleichen Geschlechterverhältnisse weichen also von der ideologisch postulierten Gleichverteilung ab. Diese Diskrepanz zwischen Ideologie und Realität wird als Beweis dafür gewertet, daß Frauen diskriminiert werden. Aus den unterstellten Diskriminierungen von Frauen wird in einem weiteren Schritt abgeleitet, kompensatorische rechtliche Diskriminierungen von Männern durch Frauenquoten einzurichten.


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Verbreitung der blank-slate-Hypothese


Verbreitung der blank-slate-Hypothese in den Gender Studies

Die real existierenden Gender Studies sind untrennbar mit der feministischen Ideologie verbunden, namentlich über die blank-slate-Hypothese. Statt von der blank-slate-Hypothese ist in Gender-Studies-Texten bzw. -Lehrbüchern eher von der sozialen Konstruktion einer Geschlechterhierarchie die Rede, was auf das gleiche hinausläuft.

Die blank-slate-Hypothese ist in den Gender Studies extrem verbreitet. Der Übersichtstext Meissner (2008) stellt z.B. fest: Die Annahme, dass Geschlecht eine soziale Konstruktion ist, kann in weiten Teilen der Frauen- und Geschlechterforschung als eine Art Minimalkonsens gelten. ....

Wenn man die blank-slate-Hypothese unterstellt, steht man vor dem Problem zu erklären, wieso sich Männer und Frauen nachhaltig geschlechtstypisch verhalten, und zwar gerade in egalitären Gesellschaften, die fast keinen Druck in Richtung geschlechtstypischem Verhalten aufweisen. Eine zentrale Publikation, in der die blank-slate-Hypothese begründet wird, ist "Doing Gender" (West (1987)). Diese Publikation postuliert, daß Geschlechtsmerkmale alleine durch Kopieren von Verhalten weitergegeben werden, also durch einen sozialen Prozeß erzeugt und dann immer wieder reproduziert werden. Diese These ist empirisch nicht haltbar und in zahllosen Gegendarstellungen widerlegt worden, eine der bekanntesten ist Steven Pinker's The Blank Slate .

"Doing Gender" wird laut Google Scholar in über 9000 anderen Publikationen zitiert, war und ist also extrem einflußreich. Stern (2016) analysierte eine Stichprobe von 20 dieser Publikationen aus dem Zeitraum 2004 - 2014, die von bekannteren Autoren stammen und ihrerseits oft zitiert wurden. Von diesen erwähnt nur eine einzige die vehemente Kritik an der blank-slate-Hypothese, alle anderen bestätigen die These explizit oder übernehmen sie kritiklos. Stern kommt zum Fazit:

findings [of my investigation] are consistent with an image of gender sociology as a subfield that has insulated its sacred beliefs from important scientific challenges. - vulgo: die Gender Studies leben in einer Filterblase, in der man die eigenen Dogmen vor allen dagegensprechenden Erkenntnissen anderer Wissenschaften schützt.

Denkschulen, die die blank-slate-Hypothese ablehnen

Der Differenzfeminismus und alle bekannten Varianten des Maskulismus verneinen die blank-slate-Hypothese, postulieren also, daß es einen relevanten biologischen Einfluß geben kann bzw. sehr wahrscheinlich gibt. Als Evidenz wird auf eine Vielzahl von Forschungsergebnissen in der Verhaltensbiologie (Zwillingsforschung, Vererblichkeiten von Talenten usw.) verwiesen. Steven Pinker (2002) stellt den Forschungsstand um die Jahrtausendwende dazu sehr umfangreich dar. Eine sehr breite, etwas neuere Übersicht über den Forschungsstand mit rund 400 Referenzen liefert Susan Pinker (2008).

Noch massiver fällt die Kritik mehrerer Biologen an der blank-slate-Hypothese aus.

Die Behauptung des Differenzfeminismus ist deutlich weniger präzise als die des Genderfeminismus, weil das das Ausmaß dieses Einflusses offen bleibt, und von daher viel leichter mit Indizien zu unterstützen und somit weitaus leichter plausibel zu begründen. Die blank-slate-Hypothese steht vor dem großen Problem, daß sie mit sehr vielen biologischen und medizinischen Erkenntnissen nicht kompatibel ist und zu kaum beweisbaren Hilfsannahmen greifen muß.



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Die blank-slate-Hypothese als versteckte Null-Hypothese und andere Diskursstrategien


Eigentlich müßten die Verfechter der blank-slate-Hypothese diese selber beweisen. Das ist allerdings nicht möglich, weil sie je nach Präzisierung einfach falsch ist. Deshalb werden verschiedene Diskursstrategien, um einen Beweis der Hypothese zu vermeiden:
  • Man verlangt man von Kritikern, das Gegenteil der blank-slate-Hypothese zu beweisen. Man kann das Gegenteil, also einen relevanten Einfluß biologischer Dispositionen, nicht formal beweisen, sondern nur Indizien dafür vorlegen. Daß kein Beweis des Gegenteils möglich ist, wird dann als Beweis der blank-slate-Hypothese gewertet - dies ist indes ein krasser Fehlschluß.
  • Man beschimpft Kritiker der BSH als Frauenhasser, Nazis, Suprematisten usw., kündigt den Arbeitsplatz (z.B. im Fall Damore) oder vernichtet sie sozial. Extrem linke Kreise arbeiten mit physischer Gewalt, Vortragsstörungen, Sachbeschädigungen u.a. Straftaten.
Die beiden vorstehenden Strategien sind offensichtlich unzulässig, dies ist auch leicht erkennbar und angreifbar. Eine dritte, sehr häufig angewandte Diskursstrategie ist nicht offensichtlich erkennbar: die implizit Benutzung der (statistischen) blank-slate-Hypothese als versteckte Null-Hypothese in Diskriminierungsbehauptungen. Beispiele sind in Behauptungen, daß Durchschnittslöhne von Männern und Frauen "von Natur aus" gleich sein müßten, daß "eigentlich" gleich viele Frauen wie Männer in der IT-Branche arbeiten müßten, daß eigentlich Mädchen die gleichen Leistungen in der Mathematik (aber nicht in den Sprachen) erbringen wie Jungen usw.usw. Die beobachtbaren Ungleichheiten werden als Beweis für Sexismus und Frauendiskriminierung angesehen. Über den Begriff Diskriminierung wird unterschwellig folgende Argumentationskette unterstellt:
  1. Vorausgesetzt wird die statistische blank-slate-Hypothese: "von Natur aus" haben Frauen statistisch die gleichen Interessen, Talente usw. wie Männer.
  2. Daraus folgt, daß sich überall 50% Geschlechterquoten, gleichen Durchschnittslöhne etc. ergeben, die Geschlechterunterschiede sind also "von Natur aus" statistisch null.
  3. Soziale Ungleichheiten beweisen daher die Existenz von nicht "von Natur aus" vorhandenen, sondern sozial konstruierten Diskriminierungen.
  4. Diskriminierungen sind schlecht und verändern eine Gesellschaft zum schlechteren (daher richten sich Interventionen immer gegen solche Diskriminierungen, z.B. schädliche Geschlechter-Stereotype).
Diskursiv wird hier der Trick angewandt, die These von der Gleichverteilung von Interessen, Talente usw., also die statistische blank-slate-Hypothese, nur implizit aufzustellen. "Bewiesen" wird sie nicht direkt, sie wird noch nicht einmal erwähnt, sondern implizit durch die Argumentation als wahr unterstellt, daß die vorhandenen Ungleichheiten Diskriminierungen sind, daß ohne diese Diskriminierungen alles besser, und zwar gleich wäre. Diese Beweiskette ist absurd, es spricht im Gegenteil sehr viel dafür, daß ohne Kultur und soziale Einflüsse noch viel größere Ungleichheiten, um nicht zu sagen Mord und Totschlag, auftreten würden.

Eine Variante der Strategie, die unterstellte blank-slate-Hypothese gar nicht zu beweisen, besteht darin, schwache bis unhaltbare Argumente als Beweis zu präsentieren, ein Beispiel hierzu zeigt Clegg (2017)/a>.



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Literatur




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