Inhalt

Inhaltsübersicht

Einstiegslektüre

* Maskulismus in zwei Minuten
* Kernthemen und -Forderungen
* Maskulismus für Anfängerinnen
* Glossar
* Ich brauche Maskulismus, weil ...

Maskulismus im Detail

* Ethisch-philosophische Grundlagen des demokratischen Maskulismus
* Maskulismus-Varianten
* Blogs und Webseiten - statt einer Blogroll
* Sexismus gegen Männer

Feminismus, Feminismuskritik, Staatsfeminismus

* Feminismus, Antifeminismus und Feminismuskritik
* Die Feministische Infrastruktur und der Staatsfeminismus
* Gender Mainstreaming
* Frauenquoten

Gender-Studies, Kampfbegriffe

* Gender-Studies
* Kampfbegriff Gender
* Kampfbegriff Gender Pay Gap
* Die feministische Privilegientheorie
* Feministische Rhetorik

Medien und feministische Propaganda

* #Aufschrei - eine Kurzanalyse
* #QuestionsForMen und #FalseFeministAssertions
* Antimaskulismus in den Medien
* Warnung vor der deutschen Wikipedia

Sonstiges

* Sprachmanipulationen des Feminismus
* Sprachregelung auf diesem Blog
* Der Masku-Knigge
* Leseliste
* F.A.Q.
* Fack ju Dschända (Rant über Geschlechterrollen)



Aktuelles

2016-07-19: Lebenswichtig! Aktuelle Rechtsberatung von Dr. Stevens: Welche 08/15-Sexualpraktiken (auch innerhalb einer Ehe!) Ihnen dank der neuen lex Schwesig mindestens 6 Monate Gefängnis einbringen und erst nach 10 Jahren verjährt sind.
2016-02-04: Neuer Abschnitt Hexenverfolgungen als "Frauen-Holocaust" und Beweis für historischen Frauenhaß in der Seite Feministische Falschaussagen
2016-01-22: Neuer Abschnitt Warum verstehen Männer den Alltagssexismus nicht? in der Seite Maskulismus für Anfängerinnen


Samstag, 20. August 2016

Zerrbilder von Männern


Update: Der hier besprochene Artikel ist inzwischen unter http://www.zeit.de/2016/34/genderforschung-maennlichkeit-master-usa-michael-kimmel-feminismus/komplettansicht frei zugänglich, leider ohne das Bild der verzerrten Statue. Die Kritikpunkte können nun durch Verweise auf entsprechende Textstellen, die man ggf. im Kontext des Artikels lesen bzw. überprüfen kann, belegt werden. Daher wurde noch ein Anhang mit einer detaillierten Textanalyse ergänzt, in deren Rahmen auch einige interessante Einschätzungen der Gender Studies zitiert werden.


Inhaltsübersicht
   1 Ein Zerrbild
   2 Die Hauptfigur
   3 Die Botschaft
   4 Das Forschungszentrum Männer und Männlichkeiten
   5 Der "Master in Männlichkeiten"
   6 Fazit
   7 Quellen
   8 Detaillierte Textanalyse
   9 Einschätzung der Gender Studies

Aktuell bringt das Phänomen "Donald Trump" das Thema böse Männer wieder in den Vordergrund - dies dürfte ein Motiv für die ZEIT, einem führenden feministischen Zentralorgan, gewesen sein, in der Ausgabe vom 11.08.2016 immerhin fast die ganze Seite 61 dem Thema böse Männer und deren feministischer Erforschung zu widmen. Der von Grönemeyer entlehnte Titel des Artikels von Mounia Meiborg "Wann ist ein Mann ein Mann?" paßt nicht ganz exakt zum Inhalt, denn er reitet eher auf dem Stereotyp vom irritierten Mann herum (der eigentlich so irritiert ist, daß er schon gar nicht mehr weiß, ob er böse sein wollen darf).

Ein Zerrbild

Schon eher zum Inhalt paßt ein großes Bild, das fast die Hälfte der Seite einnimmt. Es zeigt eine männliche Statue, das Bild ist allerdings im Bereich von Bauchnabel bis Knie abwechselnd abrupt nach links und rechts verschoben, die arme Statue ist dadurch optisch stark verzerrt. Wohlwollend interpretiert und durchaus zutreffend deutet das Bild an, daß heutzutage von allen Seiten an "dem Mann als solchem" herumgezerrt wird und er sich furchtbar verbiegen muß, um allen widersprüchlichen Anforderungen gerecht zu werden. Eine andere Interpretation drängt sich auf, wenn man den feministischen missionarischen Eifer der ZEIT kennt und weiß, daß dort üblicherweise ein Zerrbild von Männern und Männlichkeit gezeichnet wird.

Die Hauptfigur

Wo wir gerade beim Zeichnen von Zerrbildern von Männern sind: der vielleicht bekannteste international bekannte männliche Spezialist hierfür ist Michael Kimmel. Er ist die Hauptfigur im Meiborg-Artikel, einer der bekanntesten Professoren der Gender Studies und u.a. Autor des Buchs The Gendered Society, das inzwischen in 5 Auflagen erschienen ist. Cathy Young weist in diesem Buch erhebliche Fehler, im einzelnen sogar frei erfundene Behauptungen über Männer nach, die in analoger Form bei Frauen als pure misogyne Hetze gelten würden. Young kommt zum Fazit "The Gendered Society is widely used in college courses. And if it is indeed the most balanced gender studies textbook available - which may well be true - that says a lot about the rest."

Die Hetze gegen Männer in "The Gendered Society" ist symptomatisch und keine Ausnahme, hier, hier oder hier findet man viele weitere Beispiele. Damit ist Kimmel natürlich bestens qualifiziert für regelmäßige glorifizierende Darstellungen in der ZEIT, neben dem hier besprochenen Text z.B. in einem sehr zuvorkommenden Interview oder hier, hier, hier oder hier, wo die umstrittenen Thesen von Kimmel als eherne Weisheiten zitiert werden.

Die Botschaft

Der Artikel stand in der Rubrik "Chancen", was thematisch wohl eine Mischung von Themen wie Bildung, Arbeitsmarkt, Diskriminierung u.ä. andeuten soll. Wie schon einleitend erwähnt kommen Teile des Artikels unheilschwanger daher und erwähnen mit Bezug auf den Lieblingsfeind Donald Trump, daß es immer mehr böse Männer gibt, diese immer aggressiver werden (in Talk-Shows zumindest, nicht gemeint sind Männer auf dem Kölner Hauptbahnhof) und "mit voller Wucht auf die politische Bühne drängen". Dramaturgisch wendet sich das Blatt in der zweiten Hälfte des Artikels zum Guten, denn hier wird über die Erforschung der bösen Männer durch Herrn Kimmel und sein Center for the Study of Men and Masculinities und über den "Master in Männlichkeit" (um Verständnisfehlern vorzubeugen: hier geht es nicht um Pick-Up-Techniken) berichtet.

Das Forschungszentrum Männer und Männlichkeiten

Als Maskulist findet man die Absicht, Männer zu erforschen, prinzipiell gut - diese Forschung sollte dann aber seriös und ergebnisoffen sein. Ein Blick auf die Seite Media Coverage des Kimmel-Instituts zeigt aber sehr deutlich, wo der Hammer hängt: dort gelistete Texte wie 12 Ways Masculinity is Actually Killing Men, Why feminism is good for men oder On What Men Have To Gain From Feminism, verfaßt u.a. von bekannten Radikalfeministinnen wie Gloria Steinem und natürlich auch Kimmel selber, haben mit wissenschaftlicher Erforschung von Männern nichts zu tun. Diese Texte sind klassische feministische Propaganda. Eine Liste wissenschaftlicher Publikationen in referierten Zeitschriften, üblicherweise der Stolz jedes Forschungsinstituts, ist seltsamerweise nicht zu finden, obwohl das Zentrum schon gut 3 Jahre existiert.

Ein Blick auf die Zusammensetzung des Direktoriums und des Steering Committees bestätigt den Eindruck, daß hier niemand Zutritt hat, der nicht ausgewiesener Feminist ist.

Der "Master in Männlichkeiten"

Der Meiborg-Artikel hat den Untertitel: "Eine amerikanische Universität bietet jetzt einen Master in Männlichkeit an." Im Text des Artikels wird der Eindruck erweckt, daß eine Gruppe von 20 Studenten an einem Seminar über die "Soziologie des Geschlechts" im Rahmen dieses Studiengangs teilnimmt.

Schon rein sprachlich ist "Master in Männlichkeit" grauenhaft, analog würde man einen Masterstudiengang Elektrotechnik als Master in Elektrizität bezeichnen. Diese sprachliche Schlampigkeit ist leider auch charakteristisch für die inhaltliche Schlampigkeit des Artikels: es wäre schon sinnvoll gewesen, die korrekte Bezeichnung des Masterstudiengangs zu verraten, oder sogar einen Link auf die Webseite des Studiengangs, nur für den Fall, daß jemand (wie ich) nachsehen will, aus welchen Fächern oder Modulen das Curriculum aufgebaut ist, wer die Dozenten sind, wie teuer die Studiengebühren sind usw.

Dummerweise findet man keine Informationen über einen derartigen Studiengang der Stony Brook University im Netz, wenn man nach entsprechenden Stichworten sucht. Auch die Webseite des Kimmel-Zentrums enthält keine Hinweise, wo und wie man sich in den angekündigten Studiengang immatrikulieren kann.

Laut einer vielzitierten Pressenotiz der Stony Brook University vom 20.05.2013 entwickelt das Zentrum "a new Master of Arts program in Masculinity Studies scheduled to begin in fall 2017". Es wäre sehr überraschend, wenn der Master-Studiengang, dessen Inhalte offenbar noch nicht ganz feststanden, statt in 4.5 Jahren schon in 2.5 Jahren entwickelt und akkreditiert wurde. Alleine die formelle Akkreditierung eines neuen Studiengangs dauert typischerweise ein Jahr. Es widerspricht auch jeder Lebenserfahrung, daß eine amerikanische Universität einen Studiengang derart gut im Netz vor Google versteckt und bei der Neueinrichtung keine Werbekampagne mit Pressenotizen usw. startet.

Es deutet also alles darauf hin, daß der Studiengang noch nicht existiert, die entsprechende Behauptung des Artikels falsch ist und die geschilderten Studenten irgendetwas anderes studieren. Ein Minimum an investigativem Journalismus hätte die Unauffindbarkeit des Studiengangs bemerken oder zumindest hinterfragen müssen.

Fazit

Insgesamt ist der Artikel klassische feministische Desinformation. Zu den Themen, die der Titel andeutet oder auf die sich der Inhalt faktisch konzentriert, erhält man keine belastbaren Informationen - eine zentrale Angabe ist höchstwahrscheinlich objektiv falsch -, schon gar keine neuen und aktuellen. Stattdessen wird mit anekdotenhaften Histörchen dargestellt, wie gut und edel die Studenten der Gender Studies sind und wie wichtig und alternativlos diese Studien sind. Großenteils ist das ein Wohlfühltext für das feministische Stammpublikum, das eine regelmäßige Erhaltungsdosis an Nachrichten braucht, wie schlimm die bösen Männer sind und daß die Erlösung von dieser Plage der Menschheit durch den Feminismus und die Gender Studies kommen wird. Amen.

Quellen



Detaillierte Textanalyse

Der Hauptkritikpunkt an dem Artikel, i.w. klassische feministische Desinformation bzw. Propaganda zu verbreiten, kann mit einer langen Liste von Textstellen belegt werden. Bei einem Netto-Inhalt von ca. 3 Druckseiten bzw. 150 Zeilen weist die unten folgende Liste - die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt - ca. 5 Stellen pro Seite nach, die Intensität der Propaganda ist also erheblich.

In den Belegstellen kommen viele gängige feministische Argumentationsmuster und Propagandatechniken zum Einsatz. Insofern ist diese Textanalyse auch eine gute Übung im Erkennen von derartiger Desinformation.

Es ist sinnvoll, den Text zunächst ganz lesen und sich eine eigene Meinung zu bilden und danach die eigene Textrezeption mit der hier dargestellten zu vergleichen.

Die nachfolgend zitierten Textstellen erscheinen in dieser Reihenfolge im Text.

  1. Michael Kimmel erzählt oft ..
    Kimmel wird als eine hochvertrauenswürdige, in den Medien präsente Person eingeführt. Daß er hochumstritten und u.a. wegen seiner nachgewiesenen Falschaussagen über Männer als fanatischer Männerhasser gilt, wird verschwiegen.
  2. Männer hielten ihre gesellschaftlichen Privilegien für normal und wollten, daß sie weiter bestünden, sagt Kimmel. Doch dieser Anspruch ...

    Hier und an vielen Stellen im Text wird mit der Hypnose- (bzw. Propaganda-) Technik Ambiguität gearbeitet. Wer alles sind "die Männer"? Welche "Privilegien" haben Männer? (etwa die Wehrpflicht?)

    Das Zitat enthält die implizite pauschale Aussage, Männer seien ein privilegiertes Geschlecht, wobei der Begriff privilegiert in diesen Kontexten stets als "zu Unrecht privilegiert" zu verstehen ist. Die implizite Aussage ist soziologisch betrachtet grober Unsinn, diese Falschbehauptung ist klassische feministische Propaganda.

    Auch wenn die Aussage nur als Zitat einer Person präsentiert wird, macht sich der Artikel diese Aussage trotzdem zu eigen, da sie nicht hinterfragt, sondern durch spätere ähnliche Aussagen bestätigt wird.

    Die Falschbehauptung über Männer wird, um sie glaubwürdiger erscheinen zu lassen, einer vorher als besonders vertrauenswürdig vorgestellten Person in den Mund gelegt. Die hier benutzte Argumentationstechnik "Autoritätsverweis" ist ein Scheinargument.

    Die These, Männer würden "glauben" im Sinne von bewußt meinen, Privilegien zu haben, ist absurd. Typischerweise werden solche Aussagen als unterbewußtes Denken verstanden. Diese These läuft darauf hinaus, daß Männer sozusagen Gedankenverbrechen begehen, wenn sie sich nicht ständig ihre möglicherweise vorhandenen Privilegien bewußt machen. Die Theorie der unterbewußten Privilegien ist hochumstritten und gilt als feministische Propaganda.

  3. Doch dieser Anspruch werde beschädigt unter anderem dadurch, daß immer mehr Frauen beruflichen Erfolg haben und so eine Konkurrenz darstellen.
    Hier wird völlig argumentfrei von der (angeblichen) Existenz von Privilegien auf einen Anspruch, diese Privilegien zu haben, geschlossen. Auch hier bleibt offen, ob dieser Anspruch bewußt oder unbewußt sein soll.
  4. ... die Genderstudies, die in Deutschland erstmals in den neunziger Jahren eine autonome Disziplin bildeten.
    Nein, die Gender Studies sind keine autonome Disziplin, da sie die Kriterien eigenständiger Wissenschaften nicht erfüllen. Sogar in den Selbstdarstellungen wird betont, daß man die Gender Studies nicht mit einer traditionellen Einzeldisziplin vergleichen kann.
  5. ... seit Kurzem lehrt er auch in einem Masterstudiengang für "Studien von Männern und Männlichkeiten".
    ... der leider unauffindbar ist.
  6. ... in 2 - 3 Jahren soll es die ersten Absolventen geben
    Masterstudiengänge dauern üblicherweise 4 Semester, in vielen Fällen sogar nur 2 Semester, und erheben in den USA i.d.R. sehr hohe Studiengebühren. Da viele Studenten diese Gebühren nur mit Mühe finanzieren können und keine finanziellen Reserven haben, wird ihnen praktisch garantiert, das Studium in der Regelstudienzeit zu beenden. Dazu paßt die Aussage nicht, daß die aktuell vorhandenen Studenten irgendwann in 4 - 6 Semestern die ersten Absolventen sein werden.
  7. die aggressiven Männer sitzen nicht nur in der Talkshow
    Erneut mehrfach Ambiguität. Welche Talkshow? Welche Männer? Drückt der Plural "Männer" eine Zahl deutlich oberhalb von 2 aus? Wie ist diese Zahl mit den ständigen feministischen Interviews bzw. Sendungen zu vergleichen? Wann ist man(n) "aggressiv"? Ist Kritik am Feminismus bereits Aggression oder hate speech?
  8. ... weißen Männern, die einst die Mitte der Gesellschaft bildeten, sich durch die Globalisierung aber an deren Rändern wiederfinden - und darauf mit Wut reagieren. Die richtet sich vor allem gegen Minderheiten und Frauen.
    Pauschale rassistische und sexistische Diskreditierung von Weißen bzw. Männern. Von der Globalisierung sind Nichtweiße genauso betroffen. Die These, daß weiße Männer vom sozialen Abstieg betroffene Männer wütend werden (oder wütender als nichtweiße Männer oder beliebige Frauen) und diese Wut typischerweise an Minderheiten und Frauen ab reagieren, wäre noch zu beweisen. Auch hier wieder: formal wird Kimmel zitiert, aber Text macht sich die Aussage zu eigen, weil er vorher jeden Zweifel an der Glaubwürdigkeit Kimmels ausgeräumt hat.
  9. Junge Männer in Jeans und Karohemden, junge Frauen in Röhrenjeans oder Schlabberpullis.
    Hier auftretende Propagandatechnik: Personifizierungen von Sachdebatten. Nebenbei werden hier normative Stereotypen bestärkt, wie sich moralisch integre Leute zu kleiden haben.
  10. Kimmel gibt einen historischen Überblick. Immer wieder hätten Menschen sich auf die Biologie berufen, ...
    Kimmel und große Teile des Feminismus leben in der Vergangenheit, weil damals bei passender Interpretation historischer Dokumente diverse Benachteiligungen von Frauen vorlagen, die man noch heute für Schuldzuweisungen an "die Männer" instrumentalisieren kann. Das im Artikel vorgebrachte medizinische bzw. naturwissenschaftliche Unwissen im Jahre 1873 und der in dieses Unwissen hineininterpretierte Sexismus ist für heutige Debatten völlig irrelevant.

    Die Betonung Jahrhunderte zurückliegender Strukturen ist insofern eine besonders erprobte Propagandatechnik, als sie alte Wunden immer wieder aufreißt und eine falsche Übertragung von früheren Problemen auf die Gegenwart nahelegt.

    Typisch für feministische Propaganda ist hier ferner die pauschale Diskreditierung der Biologie.

  11. "Sexismus, getarnt als Wissenschaft", sagt Kimmel. Er zeigt auch auf, wie Clarkes Thesen bis heute nachwirken.
    Der Griff in die Vergangenheit ist gar nicht nötig. Die heutigen Gender Studies sind großenteils Sexismus gegen Männer, getarnt als Wissenschaft. man rätselt, wie ein Experte das übersehen kann.
  12. Etwa in einem Militärcollege in Virginia, das noch 1996 behauptete, Frauen seien den Anforderungen der Ausbildung körperlich und psychisch nicht gewachsen
    Frauen sind starken Anforderungen an die Körperkraft und Ausdauer i.a. nicht gewachsen, nicht nur beim Militär, sondern auch bei der Polizei und bei der Feuerwehr.
  13. [Überschrift] Der klassische Mann ist in der Krise - und ...
    Erneutes Arbeiten mit Ambiguität und unscharfen Begriffen bzw. mit plumpen Sprüchen. Wer ist dieser "klassische" Mann? Was für eine "Krise" hat er? Nun ist Herr Kimmel primär für die USA zuständig, dort haben die Männer in der Tat durch den grassierenden Feminismus eine Krise. Inwieweit der Artikel die Aussage auf Deutschland übertragen will, wissen wir nicht.

    Jedenfalls wird in Deutschland zwar seit ca. 3 Jahrzehnten laufend vom "Mann in der (Identitäts-) Krise" geredet, ausgestorben ist der Mann als solcher aber immer noch nicht, und einflußreiche feministische Kreise beschwören nach wie vor die Allmacht des Patriarchats und die resultierende Unterdrückung der Frau, die eine kompensatorische gesetzliche Diskriminierung von Männern alternativlos macht.

    Daher drängt sich schon seit längerem der Eindruck auf, das mantraartige Wiederholen der These vom "Mann in der Krise" sei in Wirklichkeit ein Propagandainstrument und diene nur zur Verunsicherung von Männern und zur Verbreitung von negativen Stereotypen über Männer.

  14. ... sind sich einig, dass sie althergebrachte Rollenbilder ablehnen.
    Ein zentrales Dogma der feministischen Ideologie (und der darauf basierenden Gender Studies) besteht darin, daß konventionelle Geschlechterrollen abzulehnen und zu bekämpfen sind. Hinsichtlich der Rollenbilder besteht keine Wahlfreiheit. Formal wird zwar immer wieder behauptet, man setze sich für das Aufbrechen der Rollenbilder ein. Tatsächlich werden aber ein einheitliches, geschlechtslose Rollenbild propagiert, das in allen Aspekten der Beziehung eine minutiöse Gleichstellung verlangt, am besten mit 50%-Zeitquoten für jede Tätigkeitsart. Abweichungen von diesem geschlechtslosen Rollenbild werden diskreditiert, dieses im eigenen Milieu etablierte Standard-Rollenbild darf nicht aufgebrochen werden.
  15. [Überschrift] Männer "resozialisieren"
    Implizite Aussage (Hypnosetechnik Präsupposition): "Männer" sind grundsätzlich asozial, und zwar in einem Ausmaß, das die Resozialisierung von Männern zu einem gesellschaftlich relevantem Problem macht. Die implizite Aussage ist plattester Sexismus gegen Männer.
  16. Die konkreten Themen in Kimmels Seminaren sind vielfältig ... solche Themen, bei denen deutlich wird, dass dieser Master mehr ist als nur ein exotisches Anhängsel für das Soziologiestudium.
    Hier wird suggeriert, daß Geschlechterverhältnisse in der Soziologie bisher kein Thema waren, eine völlig absurde Unterstellung. In der klassischen wissenschaftlichen Soziologie werden diese allerdings ergebnisoffen untersucht, was bei der Leitung dieses Studiengangs bzw. generell in den Gender Studies nicht erwünscht sein dürfte und nicht zu erwarten ist.

    Um die These "dieser Master ist mehr" zu belegen, müßte man das Curriculum kennen. Solange dieses Curriculum (bzw. jegliche offizielle Inhaltsdarstellung des Studiengangs fehlt), bleibt diese These unbewiesen und ist reine Propaganda.

  17. Denn der klassische Mann ist in der Krise.
    Propagandatechnik: Erzeugen von negativen Stereotypen über unbeliebte Menschengruppen durch mantraartige Wiederholung von pauschalen, herabsetzenden Aussagen.
  18. Doch die meisten Mädchen wollen sich nicht mehr retten lassen.
    Propagandatechnik: Erzeugen von positiven Stereotypen über beliebte Menschengruppen durch mantraartige Wiederholung von pauschalen, heroisierenden Aussagen.
  19. Viele Männer sehnen sich nach Orientierung - oder gleich nach den guten alten Zeiten, Stichwort Trump.
    Hier verstecken sich gleich mehrere implizite falsche bzw. strittige Aussagen:

    • Implizite Aussage: "Viele Männer haben keine Orientierung, sind orientierungslos und sind zu dumm, dieses Problem selber zu lösen."

      Mit "Viele Männer" wird suggeriert, die Aussage würde auf die überwiegende Mehrheit der Männer voll oder weitgehend zutreffen und sei charakteristisch für die Gesamtheit. Aus dem Kontext kann geschlossen werden, daß hier nur Männer im Alter von ca. 20 - 40 Jahren gemeint sind. Selbst mit dieser Einschränkung ist die These unhaltbar. Sehr viele Männer sind nämlich sehr gut orientiert und sehnen sich nicht nach weiterer Orientierungshilfe, haben verstanden, wo und wie sie für dumm verkauft werden und wählen u.a. Protestparteien wie seinerzeit die Piraten und neuerdings die AFD. Am besten orientiert sind die MGTOW, die eine sehr bewußte, nichtkonforme Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse vorgenommen haben und die sehr klare Konsequenzen daraus gezogen haben. Orientierunglos sind am ehesten junge Männer aus dem links-grünen Milieu. Die selektive Berücksichtigung dieses Milieus stellt das Gesamtbild des Orientierungsbedarfs unrichtig und verzerrt dar.

    • Implizite Aussage: "Frauen sehnen sich nicht nach Orientierung, sondern sind im Gegensatz zu Männern bestens orientiert"

      Hypnosetechnik: unzutreffende implizite gegenteilige Aussage über eine komplementäre Gruppe.

    • Hypnosetechnik Ambiguität: "die guten alten Zeiten"

      Es gibt sehr viele alte Zeiten, und welche man ggf. als gut oder schlecht bezeichnen kann. Die Beurteilung hängt vom Aspekt ab, den man betrachtet.

    • Implizite Aussage: "Viele Männer sehnen sich nach bösen Dingen."

      In "Männer sehnen sich ... nach den guten alten Zeiten, Stichwort Trump." klärt uns unser Kontextwissen - Trump ist der Beelzebub schlechthin - darüber auf, daß "Stichwort Trump" als negatives Signal zu interpretieren ist und daß die "guten (?) alten Zeiten" generell schlecht waren, das "gut" also ironisch zu verstehen ist. "Viele Männer sehnen sich..." also nach etwas schlechtem.

      Das hätte man theoretisch auch direkt ausdrücken können, eine direkte Aussage führt aber zum Nachdenken und vermutlich zu einem Widerspruch. Eine implizite Aussage wird genauso verstanden und im Gedächtnis gespeichert, kann aber nicht hinterfragt werden.

Einschätzung der Gender Studies

Soweit die Belegstellen. Aber man soll ja nicht nur kritisieren, sondern auch loben. Ein Lob verdient die Passage
... Arbeit an der Schnittstelle von Wissenschaft und Aktivismus. Das ist vielleicht typisch für die Männlichkeitsforschung. "Neutrale" Soziologen, die zu Geschlechterthemen forschen, gibt es kaum.
Das ist exakt ein zentraler Kritikpunkt an den Gender Studies, die personelle, strukturelle und inhaltliche Verzahnung mit der feministischen Ideologie. Zustimmen kann man auch der Einschätzung:
Der empirische Fokus liegt in den Genderstudies immer noch häufig auf den Frauen
Dies ist konsistent mit dem feministischen Dogma, daß in der Geschlechterfrage alleine Frauen relevant sind, es wird noch einmal bestätigt durch die Einschätzung, daß die isolierte Erforschung von Männern oder Männlichkeit nicht sinnvoll ist, denn:
Wenn man etwa Biografien von Männern erforscht, muss man diese in Relation zum Geschlechterverhältnis setzen und auch die Beziehungen zu Frauen berücksichtigen.
Gender Studies sind also völlig in Ordnung, wenn sie in der Tradition der klassischen Frauenforschung stehen, wo Frauen über Frauen im Interesse von Frauen "forschen" und wo die Sichtweisen und Interessen von Männern als irrelevant betrachtet und ausgeschlossen werden. Mit vertauschten Rollen ist diese einseitige Behandlung hingegen nicht akzeptabel. Dies ist übrigens ein weiterer zentraler Kritikpunkt an den Gender Studies, die systematische Leugnung bzw. Nichtbeachtung einer männlichen Perspektive bei der Analyse der Geschlechterverhältnisse.

Freitag, 10. Juni 2016

Gleichstellung nach Düsseldorfer Art im Dienstrechtsmodernisierungsgesetz NRW

Harte Frauenquoten sind zwar verfassungswidrig, gelten aber trotzdem im real existierenden und regierenden Feminismus als opportunes Mittel der Wahl, die sog. strukturelle Diskriminierung von Frauen zu reduzieren, indem man auch weniger qualifizierten Geschlechtsgenossinnen zu einträglichen Positionen verhilft und männliche Konkurrenz wegen unpassender Genitalien aus dem Wettbewerb um Stellen und Positionen entfernt.

Der unermüdliche Kampf der Landesregierung NRW gegen Art. 3 GG

Der Bruch von Art. 3 GG ist seit langem ein besonderes Anliegen der Landesregierung von NRW, namentlich Frau Kraft (SPD) und ihrer Vertreterin Frau Löhrmann (Grüne), beide zusätzlich radikalfeministisch unterstützt durch eine vermutlich weltweit einmalige Emanzipationsministerin Steffens (Grüne). Die Regierung Kraft / Löhrmann ist mit weiblicher Gründlichkeit vorgegangen und hat schon vor rund 2 Jahren einen bekannten Verfassungsjuristen (Hans-Jürgen Papier) gekauft damit beauftragt "... rechtliche Spielräume zur verbindlichen Festlegung von Zielquoten ..." zu erkunden. "Zielquoten" sind als Quoten zugunsten von Frauen zu verstehen, "verbindliche Festlegung von Zielquoten" ist eine Umschreibung des Begriffs "harte Quote", der wegen seiner offensichtlichen Verfassungswidrigkeit vermieden wurde.

Herr Papier lieferte wie gewünscht, sein umfangreiches Gutachten schlägt folgende Strategie vor, wie man das Grundrecht auf Gleichberechtigung für Männer unterlaufen kann:

  • Man nutzt das in diversen untergeordneten Gesetzen implementierte Prinzip der Bevorzugung von Frauen bei "gleicher Qualifikation" (bei Einstellungen oder Beförderungen).
  • Man verbietet gesetzlich, bei der Messung der "Qualifikation" die normalerweise üblichen Maßstäbe anzulegen, also z.B. alle tätigkeitsrelevanten Qualifikationsmerkmale in die Arbeitsplatzbeschreibung aufzunehmen, die Qualifikation anhand der Anforderungen zu bewerten oder genaue Benotungen zu verwenden. Beispielsweise kann man alle Noten auf ganze Zahlen runden - dann ist 1.7 = 2.3 - oder alle Diplome, egal in welchem Fach, als gleichwertig ansehen.
Im Endeffekt wird das Prinzip der Bestenauslese weitgehend ausgehebelt, also Art. 33 Abs. 2 GG unterlaufen, um damit unter Nutzung drittrangiger Gesetze die Gleichberechtigung nach Art. 3 Abs. 2 GG aushebeln zu können.

Soweit die Vorgeschichte, offen war bisher nur, wie genau Frau Kraft die Bestenauslese außer Kraft setzen würde. Das Geheimnis wurde am 09.06.2016 gelüftet. An diesem Tag hat der Landtag NRW mit den Stimmen der SPD und den Grünen das Dienstrechtsmodernisierungsgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (Dienstrechtsmodernisierungsgesetz - DRModG NRW) beschlossen. Selbiges enthält in Artikel 1 das "Gesetz über die Beamten des Landes Nordrhein-Westfalen (Landesbeamtengesetz - LBG NRW)". Von diesem sind wiederum § 14 Einstellung und § 19 Beförderung relevant.

Das neue LBG NRW, § 14 "Einstellung" - die übliche Diskriminierung

§ 14 Einstellung diskriminiert wie üblich Männer mit der zum Mißbrauch einladenden Bevorzugung von Frauen bei "gleicher Qualifikation":
(2) Soweit im Zuständigkeitsbereich der Ernennungsbehörde in der angestrebten Laufbahn innerhalb der Ämtergruppe mit gleichem Einstiegsamt weniger Frauen als Männer sind, sind Frauen bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt einzustellen, sofern nicht in der Person eines Mitbewerbers liegende Gründe überwiegen;

Das neue LBG NRW, § 19 "Beförderung" - die gesteigerte Diskriminierung

In § 19 "Beförderung" ist Absatz (6) relevant, der die folgenden 7 Sätze enthält (Numerierungen und Anmerkung i.f. zusätzlich eingefügt):
[1] Beförderungen sind nach den Grundsätzen des § 9 des Beamtenstatusgesetzes vorzunehmen.
Anmerkung: Beamtenstatusgesetz §9 "Kriterien der Ernennung" lautet: "Ernennungen sind nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung ohne Rücksicht auf Geschlecht, Abstammung, Rasse oder ethnische Herkunft, Behinderung, Religion oder Weltanschauung, politische Anschauungen, Herkunft, Beziehungen oder sexuelle Identität vorzunehmen.
[2] Frauen sind bei im Wesentlichen gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt zu befördern, sofern nicht in der Person eines Mitbewerbers liegende Gründe überwiegen.
[3] Von einer im Wesentlichen gleichen Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung im Sinne von Satz 2 ist in der Regel auszugehen, wenn die jeweils aktuelle dienstliche Beurteilung der Bewerberin und des Mitbewerbers ein gleichwertiges Gesamturteil aufweist.
[4] Satz 2 und 3 finden Anwendung, solange im Bereich der für die Beförderung zuständigen Behörde innerhalb einer Laufbahn der Frauenanteil in dem jeweiligen Beförderungsamt entweder den Frauenanteil im Einstiegsamt oder den Frauenanteil in einem der unter dem zu besetzenden Beförderungsamt liegenden Beförderungsämter unterschreitet und der Frauenanteil in dem jeweiligen Beförderungsamt 50 Prozent noch nicht erreicht hat.
[5] Ist mit der Beförderung die Vergabe eines Dienstpostens mit Vorgesetzten- oder Leitungsfunktion verbunden, gilt Satz 4 bezogen auf die angestrebte Funktion.
[6] Abweichend von Satz 4 ist maßgeblich der Geschäftsbereich der obersten Landesbehörde, die den Beförderungsvorschlag macht, wenn die Landesregierung die für die Beförderung zuständige Behörde ist.
[7] Weitere Abweichungen von dem gemäß Satz 4 maßgeblichen Bezugsbereich oder in Bezug auf die Vergleichsgruppenbildung regelt die oberste Dienstbehörde durch Rechtsverordnung.
Satz 2 betont durch die Formulierung bei im Wesentlichen gleicher Eignung, ... (gegenüber der Standard-Formulierung "bei gleicher Eignung"), daß die Qualifikation nicht genau festgestellt werden soll, um auch schlechter qualifizierten Frauen eine Recht auf bevorzugte Beförderung zu verschaffen.

Satz 3 definiert eine "in der Regel" anzuwendende (also nur in genau zu begründenden Ausnahmefällen nicht anzuwendende) Definition des unscharfen Begriffs "im Wesentlichen gleiche Eignung, Befähigung und fachliche Leistung": ein "gleichwertiges Gesamturteil" in der jeweils aktuellen dienstlichen Beurteilung der Bewerberin und des Mitbewerbers.

Dienstliche Beurteilungen

Für dienstliche Beurteilungen gibt es relativ umfangreiche Vorschriften. Eine Übersichtsdarstellung bietet Tresselt (2016), ein Beispiel ist dieser Erlaß des Schulministeriums. Hierin lautet Abschnitt 4.6:
Das Gesamturteil ist wie folgt zu formulieren:
- die Leistungen übertreffen die Anforderungen in besonderem Maße,
- die Leistungen übertreffen die Anforderungen,
- die Leistungen entsprechen den Anforderungen,
- die Leistungen entsprechen im Allgemeinen noch den Anforderungen,
- die Leistungen entsprechen den Anforderungen nicht.
Diese Formulierungen entsprechen den Schulnoten 1.0 bis 5.0. Es sind nur diese ganzzahligen Schulnoten zulässig, keine weitere Differenzierung.

Es gibt Richtlinien, wonach die Note 1.0 maximal an 10 % der Mitarbeiter vergeben werden soll, die Note 2.0 maximal an 20 % der Mitarbeiter. Sofern diese Richtlinien angewandt werden, dürfte die Mehrheit der Mitarbeiter die gleiche Standardnote 3.0 bekommen. Ein Unterschied von einer Note stellt also einen erheblichen Qualifikations- bzw. Leistungsunterschied dar. M.a.W. muß ein männlicher Mitarbeiter erheblich besser sein, um sich gegen einen weiblichen Mitbewerber um eine Stelle durchzusetzen.

Laut einem Artikel in der Rheinischen Post werden bis zu 30 Prozent aller Landesbeamten laut Laufbahnverordnung mit "sehr gut" oder "gut" beurteilt, die besser qualifizierten Mitarbeiter weisen also die gleichen Spitzennoten auf. Weiter: Faktisch erfolgt die Beurteilung innerhalb der Spitzengruppe deshalb über "Bewertungspunkte", die die Beamten zusätzlich zur Gesamtnote erhalten. Diese können auch bei formal gleicher Gesamtnote erhebliche Qualifikationsunterschiede beschreiben.

Konsequenzen des Dienstrechtsmodernisierungsgesetzes NRW

  • Details der Qualifikation, z.B. Anzahl der Berufsjahre und Umfang der Erfahrung, zusätzliche Kenntnisse usw., spielen bei einer Konkurrenz zwischen Männern und Frauen keine Rolle, es kommt nur auf die stark vergröbernde Gesamtnote an.
  • Die Einschlägigkeit der fachlichen Erfahrung spielt laut dem Gesetz keine Rolle. Wenn z.B. eine Beförderungs-Stelle in der Steuerfahndung ausgeschrieben wird und es bewerben sich eine Frau aus dem Schulamt und ein erprobter Steuerfahnder, beide mit gleicher Note, dann hat die Frau ein Recht auf die Stelle. Die Frau ist offensichtlich mehr oder weniger unbrauchbar für die Stelle; da das Gesetz aber explizit bestimmt, daß die Befähigung alleine an der Gesamtnote zu messen ist, spielt die fachliche Unfähigkeit der Frau keine Rolle. Unter "Befähigung" versteht man laut Tresselt (2016) die Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse, die jemand in seinem Beruf als Lehrer auszeichnen. Das sind z.B. Fachkenntnisse, Hobbys, Vorerfahrungen, Konfliktfähigkeit, Organisationsvermögen, Konzeptentwicklung, Teamfähigkeit u. a..
  • Aufgrund der faktischen Notenvergabe haben im mittleren Leistungsbereich i.w. männliche Mitarbeiter nur noch dann eine Chance, sich gegen weibliche Mitbewerber um eine Stelle durchzusetzen, wenn sie eine ganze Note besser sind. Im oberen Leistungsbereich haben männliche Mitarbeiter praktisch keine Chance mehr.
  • Wenn zwei Frauen um eine Stelle konkurrieren, gilt Satz 1 in §19(6), nicht mehr Satz 2. Wenn beide gleiche Gesamtnoten haben, werden die üblichen Kriterien wie Befähigung, die in sehr detaillierten Punkteschemata bewertet werden, wieder entscheidungsrelevant. D.h. der Wettbewerb unter Frauen findet nach völlig anderen Regeln statt wie der Wettbewerb zwischen Männern und Frauen, ein absurder Zustand.

Stellungnahmen der Fraktionen

Der Bericht des Innenausschusses erwähnt ab S. 523 noch folgende Stellungnahmen der Fraktionen:
  • CDU: "[die CDU-Fraktion begrüßt] das Vorhaben der Frauenförderung ..., jedoch zweifelt sie an der Verfassungsmäßigkeit der Maßnahmen."
  • FDP: "die Fraktion der FDP ... führt aus, dass das Leistungsprinzip zu kurz komme, auch in Verbindung mit der Frauenförderung."
  • BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: "Zur Frage der Verfassungsmäßigkeit der Frauenfördermaßnahmen verweist die Fraktion auf ein dieses bestätigendes Gutachten des früheren Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts Hans-Jürgen Papier."
Die FDP prüft laut diversen Quellen eine Verfassungsklage gegen gegen das DRModG NRW. In einer diesbezüglichen Presseerklärung ist allerdings nur von der Beamtenbesoldung die Rede. Gemäß einem Artikel in der Rheinische Post sagte der FDP-Fraktionsvize Ralf Witzel: "Beamtenrecht und Leistungsprinzip werden auf den Kopf gestellt, wenn nun eine schlechter qualifizierte Frau einem besser qualifizierten Mann vorgezogen wird. Der Verfassungsgerichtshof muss diese ideologisch motivierte Männerdiskriminierung stoppen." Allerdings stellt die FDP-Fraktion nur neun Prozent der Abgeordneten im Landtag. Einer Verfassungsklage müssen sich mindestens 20 Prozent der Abgeordneten anschließen.

Fazit

  • Wir danken der der SPD und den Grünen, mit dem "Dienstrechtsmodernisierungsgesetz" öffentlich und klar verständlich bekundet zu haben, Männerdiskriminierung für modern und fortschrittlich zu halten. (Diese Erkenntnis ist aber zugegebenerweise nicht neu.)
  • Wer bisher die AfD wegen Verfassungsfeindlichkeit nicht wählen wollte, kann völlig beruhigt sein: der Bruch der Verfassung ist bei den Regierungsparteien in NRW guter Brauch, betroffen sind dort außerdem nicht nur religiöse Minderheiten, sondern argumentativ rund die Hälfte der Bevölkerung (konkret natürlich bisher nur männliche Beamte, aber die Regierung in NRW wird sicher nicht ruhen, bis das Gesetz analog auch auf Angestellte angewandt wird).
  • Es ist bekannt, daß gerade bei Männern Depressionen sehr oft übersehen und nicht diagnostiziert werden. Wer als Mann die SPD oder Grünen wählt, sollte sich möglichst umgehend auf Selbsthaß, Masochismus und weitere Depressionen untersuchen lassen.

Quellen

Montag, 16. Mai 2016

Süddeutsche Propaganda





Inhaltsübersicht



tl;dr


Die Süddeutsche Zeitung hat kürzlich in der Rubrik "Die Recherche" ein sog. Dossier zum Thema "Wie viel Gleichberechtigung brauchen wir noch?" veröffentlicht. Es besteht aus 25 Einzelartikeln mit insg. 27 verschiedenen Autoren und hat einem Gesamtumfang von ca. 50 DIN-A4-Seiten.

Gleichberechtigung, insb. die umfangreiche rechtliche Diskriminierung von Männern, kommt in dem Dossier allerdings nicht vor, stattdessen ist i.w. eine Zusammenstellung aller gängigen feministischen ideologischen Standpunkte. Neue Argumente sind nicht zu finden. Das Dossier hätte auch als Sonderheft der Emma oder von Missy Magazine erscheinen können. Es enthält zahllose halbrichtige oder ganz falsche feministische Propagandaaussagen. Die wichtigsten Botschaften des Dossiers - für einen uninformierten Leser - kann man wie folgt zusammenfassen:

  • Frauen sind hier und heute immer und überall unterdrückte Opfer.
  • Frauen, vor allem Feministinnen, müssen mehr Macht haben, dann wird die Welt besser und auch die Männer werden glücklicher. Das wird auch von vielen männlichen Allies bestätigt.
  • Nur Feministinnen wissen, wie das Geschlechterverhältnis zu gestalten ist. Die feministischen Vorstellungen sind absolut optimal und daher alternativlos. Es gibt keine ernsthafte Kritik am Feminismus. Wenn doch, dann nur in Form von Sexismus und nur von ewiggestrigen Soziopathen.
  • Es gibt grundsätzlich nur 2 Arten von Männern: folgsame oder zumindest werdende Allies und widerwärtige Pöbler.
Die SZ-Recherche demonstriert vor allem, wo medial sozusagen der Hammer hängt, also über welche erdrückende mediale und publizistische Macht der real existierende Feminismus verfügt: man kann Dutzende von Schreiberinnen mobilisieren, die alleine durch die schiere Masse an immer wieder gleicher Propaganda jede Diskussion ersticken können. Kurz gesagt demonstriert man, daß sich die SZ als feministische Propagandaschleuder versteht, die immer wieder die gleichen einseitigen Argumente reproduziert und gegen die jeder Widerstand zwecklos ist.


Thema: Süddeutsche Propaganda



Die feministische Recherche "Wie viel Gleichberechtigung brauchen wir noch?"


Als Maskulist hat man regelmäßig den Eindruck, daß unsere Mainstream-Medien von Ausnahmen abgesehen streng feministisch bzw. antimaskulistisch geprägt sind. Strukturell kann man dies an der Parteizugehörigkeit der Politikjournalisten erkennen, bei denen radikalfeministische Parteien stark überrepräsentiert sind.

Der Vorwurf einer einseitig feministischen Indoktrination der Leserschaft kann allerdings nur anhand der publizierten Texte erhärtet werden. Hierzu müßte man z.B. alle innerhalb eines Kalenderjahres erschienen Artikel zur Geschlechterdebatte analysieren. Wenn man neben den Papierausgaben noch die Web-Ausgaben heranzieht, kommt man bei einer Zeitschrift wie ZEIT, Spiegel oder SZ leicht auf mehrere 100 direkt einschlägige Artikel pro Jahr, pro Zeitschrift. Die alle zu lesen und zu analysieren ist extrem aufwendig.

Die Süddeutsche war indessen vor kurzem so freundlich, eine eindrückliche und umfassende Dokumentation ihrer extremen ideologischen Einseitigkeit zu liefern, und zwar in Form einer Serie von nicht weniger 25 Artikeln - auch als "Dossier" bezeichnet - mit jeweils ca. 2 - 3 DIN-A4-Seiten Nettoinhalt. Die Artikel erschienen im Zeitraum 25.04.2016 bis 01.05.2016:

  1. 25.04.2016 Hannah Beitzer: Zu dick, zu dünn, zu nackt, zu angezogen
  2. 25.04.2016 Sebastian Gierke, Antonie Rietzschel, Katharina Brunner: Geld, Oscars, Rock 'n' Roll - so ungleich sind Männer und Frauen
  3. 25.04.2016 Karin Janker: Männer müssen Feministen werden
  4. 25.04.2016 NN (SZ): "Wir kriegen noch 'ne Flasche Wein, leg deine Handynummer dazu"
  5. 26.04.2016 Christian Endt: Warum Männer früher sterben
  6. 26.04.2016 Benedikt Peters: Wir Männer, die Feministen
  7. 26.04.2016 Pia Ratzesberger: Diese Frauen waren die Ersten
  8. 26.04.2016 Barbara Vorsamer: Feministinnen, die Sie kennen sollten
  9. 27.04.2016 Elisa Britzelmeier: Die 7 wichtigsten Fakten zu sexueller Gewalt
  10. 27.04.2016 Simon Hurtz: Pöbeln für die Männlichkeit
  11. 27.04.2016 Karin Janker, Tanja Mokosch: "Ich will kein Feierabend-Papa sein"
  12. 28.04.2016 Matthias Huber: Dafür gibt es den Girls' Day und Boys' Day 2016
  13. 28.04.2016 Oliver Klasen: Frauen, redet mit uns! Streitet mit uns!
  14. 28.04.2016 Sarah Schmidt: Männerjobs, Frauenjobs - was die Lohnlücke aufreißt
  15. 28.04.2016 Sarah Schmidt: Das Gender-Pay-Gap-Experiment
  16. 28.04.2016 Vera Schroeder: "Frauen sind im Sport weniger ehrgeizig"
  17. 29.04.2016 Luise Checchin: Frauen im deutschen Film - nur Männer im Kopf
  18. 29.04.2016 Pia Ratzesberger: Nur Männer bestimmen, was Wirtschaft ist
  19. 29.04.2016 Violetta Simon: Emanzipation zerstört die Erotik
  20. 29.04.2016 Sara Weber: Weg mit dem Krönchen
  21. 30.04.2016 Charlotte Haunhorst, Barbara Vorsamer: Von A wie Aufschrei bis Z wie Zorn
  22. 30.04.2016 NN (SZ): Damit spielen doch nur Mädchen
  23. 01.05.2016 Barbara Galaktionow: Männer, ihr seid dran!
  24. 01.05.2016 Ulrike Heidenreich: Familienpolitik - Kostet viel, bringt wenig
  25. 01.05.2016 Elisabeth Gamperl: Frau zu sein ist teuer
Die Artikel haben 27 verschiedene AutorInnen, darunter sogar 4 Männer.

Anlaß war der Wunsch der Leser, der SZ-Leser als solcher dürstet nämlich stets nach neuen Erkenntnissen über den heroischen Kampf der Frauen gegen ihre Unterjochung. Genauer gesagt hatte die SZ in ihrer Rubrik "Die Recherche" die Leser Anfang 2016 nach einen Wunschthema befragt, eines von drei vorgegebenen Themen lautete "Wie viel Gleichberechtigung brauchen wir noch?".



Thema: Süddeutsche Propaganda



Wie viel Süddeutsche Propaganda brauchen wir noch?


Welche Antworten hat die Recherche wohl auf die Frage "Wie viel Gleichberechtigung brauchen wir noch?" gefunden?

Nun ist Gleichberechtigung bekanntlich ein juristisches Thema, das sich direkt auf Grundgesetz, Artikel 3 bezieht und das als rechtliche Gleichbehandlung beschrieben werden kann. In den Artikeln des Dossiers spielt Gleichberechtigung aber praktisch keine Rolle. So bleibt leider abgesehen von wenigen Randnotizen unerwähnt, daß eine Unzahl an Gesetzen Männer diskriminiert - genau hier bräuchte man mehr Gleichberechtigung - und daß Kritiker "den Feminismus", weil er die Antriebskraft hinter diesen und kommenden ähnlichen Gesetzen ist, als die gefährlichste existierende verfassungsfeindliche Organisation ansehen.

Wirklich schade, daß die Autorinnen die Gelegenheit so gründlich verpaßt haben, etwas zum Thema Gleichberechtigung zu schreiben. Sehr viel deutet darauf hin, daß sie den Begriff Gleichberechtigung gar nicht verstanden und mit Gleichstellung verwechselt haben. Die Frage "Wie viel Gleichberechtigung brauchen wir noch?" wird also eigentlich nicht behandelt und beantwortet. Eine inhaltlich besser passende Überschrift für das Dossier wäre stattdessen:

"Feminismus ist alternativlos, wir brauchen unbedingt mehr davon"
Der tatsächliche Inhalt des Dossiers ist eine Sammlung aller wichtigen ideologischen Standpunkte des hierzulande medial und politisch institutionalisierten Feminismus. Alle wichtigen Debatten, z.B. die Gender Pay Gap-Debatte, werden völlig einseitig vom feministischen Standpunkt aus dargestellt. Es wird ständig mit Propagandatechniken wie manipulativer Präsupposition gearbeitet, die falsche oder hochumstrittene Aussagen implizit als korrekt unterstellen, darunter reihenweise haltlose, pauschale Diffamierungen von nichtfeministischen Männern. Nichts ist wirklich neu, die meisten Texte stellen 5 oder 10 Jahre alte ideologische Standpunkte dar. Die feministischen Vorstellungen werden als optimal und alternativlos dargestellt. Ernsthafte Kritik am Feminismus erscheint undenkbar, wenn überhaupt Kritik kommt, dann nur in Form von Sexismus und nur von ewiggestrigen Soziopathen.

Die SZ-Redaktion liefert immerhin eine beeindruckende Dokumentation ihrer Unfähigkeit oder ihres Unwillens, das heute vorhandene Meinungsspektrum wahrzunehmen und angemessen wiederzugeben. Abweichende Meinungen werden dämonisiert oder unterschlagen, Begriffe wie Gleichberechtigung in ihr Gegenteil verbogen. Man ist sich nicht zu schade, als Propagandaschleuder immer wieder die gleichen Halbwahrheiten und Ganzfalschheiten auf die Leserschaft zu ergießen, um sie zu indoktrinieren.

Die Botschaften

Quer über alle Artikel hinweg werden folgende Botschaften vermittelt:
  • das Opfer-Abo: Frauen sind hier und heute immer und überall unterdrückte Opfer. Mehr dazu weiter unten.
  • Frauen, vor allem Feministinnen, müssen mehr Macht haben, notfalls mit Quoten, dann wird die Welt besser und auch die Männer werden glücklicher.
  • Frauen i.a., vor allem Feministinnen, sind gottgleiche, bewundernswerte Wesen (Vorsamer, Ratzesberger).
  • Es gibt grob gesagt nur 2 Arten von Männern: folgsame oder zumindest werdende Allies und widerwärtige Pöbler oder Patriarchen. Mehr dazu weiter unten.

Das Opferabo

Rund die Hälfte aller Artikel hat die alltägliche Unterdrückung der deutschen Frauen als Hauptthema, das in allen Facetten ausgeleuchtet wird. Wenn man auch nur einige der Artikel des Dossiers liest, ist man erschüttert von dem unfaßbaren, unsäglichen Leid, das deutsche Frauen als solche tagtäglich erleiden müssen. Sexismus, gnadenlose Diskriminierung, Mißachtung, finanzielle Schädigung, Todesdrohungen, wohin auch immer das Auge blickt. Der Überlebenswille der deutschen Frau ist mehr als bewundernswert. Weder historisch noch geographisch wurden jemals Frauen so mißhandelt.

Darstellung von Männern

Aus maskulistischer Sicht ist natürlich besonders interessant, wie Männer dargestellt werden, welche altbekannten Forderungen an "die Männer" wiederholt werden, und wie man gedenkt, alle Männer endlich zu Feministen zu machen. Männer fallen - zumindest für das Autorenkollektiv des Dossiers - in wenige gut unterscheidbare Kategorien:
  • Manche sind gut, die sind vorbehaltlose Unterstützer der Feministinnen und nennen sich auch Feminist (Wir Männer, die Feministen), leben nach den feministischen Vorschriften, putzen also immer brav die Küche, und versuchen, so gut es geht, das Verhalten einer Frau zu approximieren ("Ich will kein Feierabend-Papa sein"),
  • Manche sind relativ gut, nämlich immerhin auf dem Weg zur Besserung, also zum Feminismus. Sie brauchen aber noch ein paar Ermahnungen bzw. männergerechte klare Ansagen, daß es doch bitte etwas hurtiger zugehen sollte (Männer müssen Feministen werden [ich?? Ich muß gar nichts! Womansplaining!], Männer, ihr seid dran! - man beachte die Doppeldeutigkeit und den drohenden Unterton). Ansonsten drohen schreckliche Konsequenzen (Warum Männer früher sterben). Ein Mindestmaß an Vernunft führt nämlich automatisch zu Frauenquoten und Feminismus.
  • Manche "wollen feministische Ökonominnen mit der klassischen Wirtschaftstheorie verarschen, die nur ein Geschlecht kennt, weil allein ein Geschlecht sie geschaffen hat" (Ratzesberger).
  • Es gibt sogar - bedauerlicherweise - explizit nichtfeministische Männer, bei denen logischerweise die Vernunft nicht sehr ausgeprägt sein kann. Die sind entweder Pöbler und völlige Soziopathen, wie z.B. ein gewisser Herr Schwarz (Pöbeln für die Männlichkeit), oder reuige Sünder, wie ein gewisser Herr Hoffmann, der aber früher in rechtsradikalen Blättern publiziert hat. Im Feminismus-Glossar lernen wir dazu passend unter dem Stichwort Maskulisten:
    Maskulisten: Männer, die der Meinung sind, dass inzwischen Frauen das gesellschaftlich privilegierte Geschlecht sind. Fühlen sich von der -> Quote, sprachlicher Korrektheit (-> X, *, _ und Binnen-I) und Debatten um Alltagssexismus bedroht und bedrohen dann ihrerseits wieder Feministinnen (-> Zorn).
    sowie unter dem Stichwort Zorn:
    Zorn: Gefühl, dass die Feminismus-Debatte bei vielen Menschen auslöst. Bei Frauen, weil sie sich ungerecht behandelt fühlen und die ganze Sache mit der Gleichberechtigung so langsam vorangeht. Äußert sich aber auch bei Männern, der Soziologie Michael Kimmel spricht hier von den "Angry White Man", die finden, Frauen würden gesellschaftlich bevorzugt werden -> Maskulisten. Dieser Zorn äußert sich primär in Hatespeech-Kommentaren -> Online, kann aber auch in körperlicher Gewalt münden.
    Merke: Zorn ist bei Frauen gut und gerechtfertigt, bei Männern böse und kriminell. Es fehlt eigentlich nur der Vorschlag, weil bekanntlich auch schon die Absicht strafbar ist, den Maskulismus in das StGB als Straftatbestand aufzunehmen, entweder als Körperverletzung oder sexuelle Nötigung oder beides.
Der Gesamteindruck, den das Dossier über "die Männer" bzw. "die Maskulisten" zeichnet, ist grob unausgewogen und verfälschend, passend zum Gesamtinhalt des Dossiers.

Immerhin wird nicht verschwiegen, daß die meisten angefragten Prominenten es abgelehnt haben, sich als Feminist zu bezeichnen. Unverständlicherweise haben sie "Ausreden" präsentiert, denn einen wirklichen Grund, sich nicht als Feminist zu bezeichnen, kann es eigentlich nicht geben.

Ein Kuriosum ist der Artikel von Klasen "Frauen, redet mit uns! Streitet mit uns!" In einer Art doppelten 180-Grad-Wende attestiert er Männern, immer noch die alten, reaktionären Rollen zu spielen, wo sie beruflich reinklotzen und die Familie ernähren, andererseits innerlich danach zu brennen, feministisch korrekt aus diesen Rollen auszubrechen, um auf gar keinen Fall mehr Macht und Einfluß als die bessere Hälfte zu haben. An die Frauen appelliert er folgerichtig, Frauen, redet mit uns! Streitet mit uns! Hinzufügen könnte man um der Klarheit willen: Staucht uns zusammen! Seht uns als Feind im Beziehungsmachtkampf an! Man hat aber eher den Eindruck, daß hier der Feminismus mit "den Frauen" streitet, daß sie sich gefälligst nach feministischen Vorstellungen verhalten (und der "völlig bekloppten Heroisierung der Mutterrolle" abschwören) sollten. Es fällt auf, daß einer der wenigen männlichen Autoren diesen unangenehmen Job machen mußte, die Frauen zu kritisieren (klarer Fall von Mansplaining).

Sehr instruktiv ist es, das negative Bild, das von Feminismuskritikern gezeichnet wird, zu vergleichen mit dem Bild, das von führenden lebenden Feministinnen (Feministinnen, die Sie kennen sollten: Antje Schrupp, Anne Wizorek, Margarete Stokowski, Bascha Mika, Stevie Schmiedel). Letzteren fehlt eigentlich nur noch der Heiligenschein, man erstarrt fast vor Ehrfurcht bei den Selbstdarstellungen. Daß auch historische Frauen (Diese Frauen waren die Ersten) aus den ersten Feminismus-Wellen positiv präsentiert werden, ist schon eher konsensfähig.



Thema: Süddeutsche Propaganda



Trivia


Fun Facts, oder besser gesagt feminist facts? Egal.

Der erste Absatz des Artikels Männer müssen Feministen werden, also dessen Zusammenfassung, lautet:

Es ist ein Missverständnis, dass sich der Kampf um Gleichberechtigung gegen sie [die Männer] richtet. Der Feminismus kann Männer und Frauen befreien.
Man weiß hier nicht so recht, ob man in Anlehnung an Poe's Law in lautes Lachen ausbrechen oder sich Sorgen um den kompletten Realitätsverlust der Autorin machen soll.

Dieser Text erscheint in ca. 10 anderen Artikeln des Dossiers als Werbeeinschub auf diesen Artikel.

Die Selbsteinschätzung der Autorinnenkollektivs, das sich im Feminismus-Glossar beim Stichwort Zorn zeigt, autoritär definieren zu können, was "sprachliche Korrektheit" bedeutet, würde man bei vertauschten Geschlechterrollen wohl als patriarchale Oppression und Größenwahn bezeichnen.

Etwas überraschend ist ferner, daß das Autorinnenkollektiv seine eigene sprachliche Korrektheit nicht anwendet. X, *, und _ sind mir nirgendwo aufgefallen, das Binnen-I bzw. die gegenderte Schreibweise fehlte oft. Ist aber verständlich, wer macht diesen Krampf schon freiwillig mit ;-)



Thema: Süddeutsche Propaganda



Artikel des SZ-Dossiers "Wie viel Gleichberechtigung brauchen wir noch?"


  1. Hannah Beitzer: Zu dick, zu dünn, zu nackt, zu angezogen. Süddeutsche, 25.04.2016. http://www.sueddeutsche.de/leben/diskussion-um-frauenko ... 2954387
    Diskussion / Kritik in:
  2. Elisa Britzelmeier: Die 7 wichtigsten Fakten zu sexueller Gewalt. Süddeutsche, 27.04.2016. http://www.sueddeutsche.de/panorama/vergewaltigung-die- ... 2937498
  3. Luise Checchin: Frauen im deutschen Film - nur Männer im Kopf. Süddeutsche, 29.04.2016. http://www.sueddeutsche.de/kultur/frauen-im-film-frauen ... 2955140
  4. Christian Endt: Warum Männer früher sterben. Süddeutsche, 26.04.2016. http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/demografie-was-di ... 2967582
  5. Barbara Galaktionow: Männer, ihr seid dran!. Süddeutsche, 01.05.2016. http://www.sueddeutsche.de/leben/die-recherche-maenner-ihr-seid-dran-1.2965858
  6. Elisabeth Gamperl: Frau zu sein ist teuer. Süddeutsche, 01.05.2016. http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/die-recherche-fra ... 2948857
  7. Sebastian Gierke, Antonie Rietzschel, Katharina Brunner: Geld, Oscars, Rock 'n' Roll - so ungleich sind Männer und Frauen. Süddeutsche, 25.04.2016. http://www.sueddeutsche.de/panorama/gleichberechtigung- ... 2960975
  8. Charlotte Haunhorst, Barbara Vorsamer: Von A wie Aufschrei bis Z wie Zorn. Süddeutsche, 30.04.2016. http://www.sueddeutsche.de/leben/die-recherche-feminism ... 2949867
  9. Ulrike Heidenreich: Familienpolitik - Kostet viel, bringt wenig. Süddeutsche, 01.05.2016. http://www.sueddeutsche.de/politik/die-recherche-famili ... 2956424
  10. Matthias Huber: Dafür gibt es den Girls' Day und Boys' Day 2016. Süddeutsche, 28.04.2016. http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/girls-day-und-boy ... 2970987
  11. Simon Hurtz: Pöbeln für die Männlichkeit. Süddeutsche, 27.04.2016. http://www.sueddeutsche.de/digital/maskulisten-poebeln- ... 2968282
    Diskussion / Kritik in:
  12. Karin Janker: Männer müssen Feministen werden. Süddeutsche, 25.04.2016. http://www.sueddeutsche.de/leben/gleichberechtigung-mae ... 2955747
  13. Karin Janker, Tanja Mokosch: "Ich will kein Feierabend-Papa sein". Süddeutsche, 27.04.2016. http://www.sueddeutsche.de/leben/die-recherche-ich-will ... 2949338
  14. Oliver Klasen: Frauen, redet mit uns! Streitet mit uns!. Süddeutsche, 28. April 2016. http://www.sueddeutsche.de/leben/die-recherche-frauen-r ... 2961413
  15. Benedikt Peters: Wir Männer, die Feministen. Süddeutsche, 26.04.2016. http://www.sueddeutsche.de/leben/prominente-zur-gleichb ... 2956464
  16. Pia Ratzesberger: Diese Frauen waren die Ersten. Süddeutsche, 26.04.2016. http://www.sueddeutsche.de/politik/frauen-in-der-geschi ... 2956492
  17. Pia Ratzesberger: Nur Männer bestimmen, was Wirtschaft ist. Süddeutsche, 29.04.2016. http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/feministische-oek ... 2959878
  18. Sarah Schmidt: Männerjobs, Frauenjobs - was die Lohnlücke aufreißt. Süddeutsche, 28.04.2016. http://www.sueddeutsche.de/karriere/gleichberechtigung- ... 2958500
  19. Sarah Schmidt: Das Gender-Pay-Gap-Experiment. Süddeutsche, 28.04.2016. http://www.sueddeutsche.de/karriere/gleichberechtigung- ... 2969136
  20. Vera Schroeder: "Frauen sind im Sport weniger ehrgeizig". Süddeutsche, 28.04.2016. http://www.sueddeutsche.de/leben/frauen-und-maenner-im- ... 2957825
  21. Violetta Simon: Emanzipation zerstört die Erotik. Süddeutsche, 29.04.2016. http://www.sueddeutsche.de/leben/die-recherche-gleichbe ... 2948808
  22. NN (SZ): "Wir kriegen noch 'ne Flasche Wein, leg deine Handynummer dazu". Süddeutsche, 25.04.2016. http://www.sueddeutsche.de/leben/sexismus-wir-kriegen-n ... 2961934
  23. NN (SZ): Damit spielen doch nur Mädchen. Süddeutsche, 30.04.2016. http://www.sueddeutsche.de/panorama/gender-marketing-da ... 2959829
  24. Barbara Vorsamer: Feministinnen, die Sie kennen sollten. Süddeutsche, 26.04.2016. http://www.sueddeutsche.de/leben/die-recherche-feminist ... 2931536
    Diskussion / Kritik in:
  25. Sara Weber: Weg mit dem Krönchen. Süddeutsche, 29.04.2016. http://www.sueddeutsche.de/digital/gleichberechtigung-w ... 2957785


Thema: Süddeutsche Propaganda