Antimaskulismus in den Medien





Inhaltsübersicht



Sind unsere Medien feministisch bzw. antimaskulistisch?


Im großen und ganzen Ja.

Solche pauschalen Antworten sind natürlich immer ein bißchen richtig und ein bißchen falsch. Erstens muß man natürlich nach Zeitungen, Radio, Fernsehen und weiteren Medien unterscheiden, innerhalb dieser Klassen jedes einzelne Produkt, selbst bei einem Produkt kann es ein Spektrum geben, das man manchmal an einzelnen Autoren festmachen kann. Daher können hier auch nur stichprobenartige Eindrücke wiedergegeben werden.

Generell kann man aber die Grundausrichtung unserer Medienlandschaft an der politischen Orientierung der Produzenten der Inhalte festmachen. Hierzu lohnt sich ein Blick auf die Politikjournalisten als soziologische Gruppe.

Die Süddeutsche Zeitung beispielsweise betätigt sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit als feministische Propagandaagentur.

Eine erwähnenswerte Besonderheit in der deutschen Medienlandschaft und Pflichtkenntnis für Maskulisten ist der Verein ProQuote Medien e.V., eine Initiative gegen die Gleichberechtigung von Männern in Medienberufen.



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Politikjournalisten soziologisch betrachtet


Die politische Grundausrichtung unserer Medienlandschaft war neben anderen Fragen Untersuchungsgegenstand von drei umfangreichen, sehr gründlichen Studien, auf die immer wieder explizit oder implizit Bezug genommen wird:
  1. Siegfried Weischenberg, Maja Malik, Armin Scholl: Journalismus in Deutschland 2005. Media Perspektiven, 7/2006, S.346-361, 2006. http://web.archive.org/web/20100602043942/http://www.me ... erg.pdf
    - ein Auszug von Befunden einer Repräsentativbefragung deutscher Journalisten
  2. Peter Ziegler: Journalistenschüler - Rollenselbstverständnis, Arbeitsbedingungen und soziale Herkunft einer medialen Elite, 2008. http://library.fes.de/pdf-files/stabsabteilung/05773.pdf
  3. Magreth Lünenborg, Simon Berghofer: Politikjournalistinnen und -journalisten - Aktuelle Befunde zu Merkmalen und Einstellungen vor dem Hintergrund ökonomischer und technologischer Wandlungsprozesse im deutschen Journalismus. Deutschen Fachjournalisten-Verbandes (DFJV), 05.2010. https://www.dfjv.de/documents/10180/178294/DFJV_Studie_ ... ten.pdf
    - Ergebnisse einer Online-Befragung unter mehr als 900 Politikjournalisten, die 2010 im Auftrag des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes (DFJV) durchgeführt wurde.
Eine sehr gut lesbare Übersicht über die Studien speziell zur Frage der politischen Ausrichtung der Journalisten gibt
Ronnie Grob: "Mein Schatz hat's Grün so gern". Medienwoche, 29.10.2012. http://medienwoche.ch/2012/10/29/mein-schatz-hats-gruen-so-gern

Ergänzend liefert statista.com eine - scheinbar nicht repräsentative - Umfrage zur Parteipräferenz von Politikjournalisten in Deutschland (Stand: August 2010).

Alle Studien liefern ein konsistentes Bild zur Parteineigung von Journalisten in Deutschland: Ca. 30 - 40% der Politikjournalisten sind politisch / ideologisch den Grünen zugehörig, weitere ca. 20% der SPD. Linke/PDS, CDU und FDP hatten nur den Status von Splitterparteien. In der Summe rechnen sich also ca. 50 - 60% aller Journalisten einer feministischen oder radikalfeministischen Partei zu.
Ca. 30% ordnen sich keiner Partei zu. Läßt man diese neutralen "Nichtwähler" einmal außen vor, dann rechnen sich fast alle übrigen Journalisten, die in der Geschlechterfrage überhaupt eine Meinung vertreten, einer feministischen oder radikalfeministischen Partei zu.

Offensichtlich weicht das Meinungsspektrum der Journalisten massiv vom Meinungsspektrum des Wahlvolks ab. Dies wird gerne mit zwei Argumenten verharmlost:

  1. Journalisten haben angeblich eine professionelle Distanz zu den Themen, über die sie berichten, und können ihre eigenen Vorurteile unterdrücken.
    Diese These ist prinzipiell fraglich, weil die Wahrnehmung der Realität praktisch immer durch Vorurteile gefiltert wird. (Mehr dazu weiter unten.)
  2. Journalisten können gar nicht schreiben, was sie wollen, weil sie nur das schreiben dürfen, was die Herausgeber erlauben (Beispiel: Christian Füller in der TAZ).
    Hier wird genau in der falschen Richtung argumentiert, es wird umgekehrt ein Schuh daraus. Dies führt nämlich zur Frage, wie denn das Meinungsspektrum der Herausgeber aussieht. Die Annahme ist plausibel, daß die Herausgeber genau solche Journalisten einstellen, von denen sie annehmen, daß sie im Sinne der Herausgeber Inhalte produzieren. Insofern stellt das Meinungsspektrum der Journalisten eine gute Prognose für das nicht wirklich erforschte Meinungsspektrum der Herausgeber dar. Letztlich ist es kaum denkbar, daß die Herausgeber ein Meinungsspektrum vertreten, das signifikant vom Meinungsspektrum der Journalisten abweicht. Das Meinungsspektrum der Herausgeber läßt sich relativ gut auch an der Zensurpolitik in den üblichen Foren ablesen, mehr hierzu unten.
Unabhängig davon, aus welchen Gründen Journalisten nicht objektiv berichten, gibt es genügend Indizien, daß sie tatsächlich nicht objektiv berichten:
  • Der obige Artikel von Grob analysiert an einigen konkreten Themen (Genmais, Strompreise, Fukushima) die Berichterstattung und kommt zur Einschätzung, daß "die deutsche Journalisten bei der Berichterstattung jegliche [professionelle] Distanz verloren" haben. Dies trifft offensichtlich auch auf die Berichterstattung zum Thema Feminismus zu.
  • Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Untersuchung von Prof. Hans Martin Kepplinger, Institut für Publizistik der Universität Mainz.
  • Manfred Güllner, Leiter des Forsa-Instituts, analysiert die extreme Überrepräsentierung der Grünen und grüner Ideologie in den Medien in "Der unheimliche Höhenflug der Grünen". Er erklärt sie mit der Akademisierung des Journalismus und der Herkunft sehr vieler grüner Aktivisten aus der privilegierten Schicht des deutschen Bildungsbürgertums.
Welche Auswirkungen die mentale Zugehörigkeit zu einer feministischen Partei hat, hängt natürlich immer auch vom Einzelfall - bei dem die Persönlichkeit des Journalisten und die Vorgaben der Herausgeber zusammenspielen - ab. Ein konkretes, drastisches Beispiel, wie eine einzelne feministische Journalistin ihre Meinungsbildungsmacht nachhaltig mißbrauchte, um die Piraten zu einer feministischen Haltung zu nötigen, liefert der Text Hannah Beitzer - Journalist - Presse unter Piraten von Markus Kompa, der die feministische Agitation in vielen Details nachvollzieht.

Politikjournalisten in der Schweiz

In der Schweiz sieht das Parteienspektrum etwas anders aus, aber auch hier sind grüne bzw. sozialdemokratische Parteien bei den Journalisten extrem überrepräsentiert, s. folgende Quellen:


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Feministisch orientierte Verleger


Bei der Frage, wie feministisch Verleger orientiert sind, beschränken wir uns auf allgemeinpolitische Zeitschriften mit einer überregionalen Bedeutung.

Vier der sechs größten deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage werden von Frauen beherrscht: Liz Mohn (Bertelsmann, Gruner + Jahr), Friede Springer (Axel Springer), Yvonne Bauer (Bauer Media) und Petra Grotkamp (WAZ). Boldt kommt in einer ausführlichen Analyse der Besitzverhältnisse der Zeitschriftenverlage zur Einschätzung, "fast alle Milliardenkonzerne der Branche [seien] mehr oder minder feministische Gruppierungen". Unter den mächtigen Damen besteht Einigkeit hinsichtlich der feministischen Kernforderung, den Stellenwert von Frauen im Management der Medienunternehmen zu erhöhen.

Im übrigen sagt natürlich das Geschlecht eines Verlegers nichts über die (anti-) feministische Haltung aus, insb. ist keineswegs ausgeschlossen, daß auch männliche Verleger deutlich feministisch orientiert sind.
Neben des Personen der Unternehmensinhaber bzw. Verleger können kann natürlich auch die ideologische Ausrichtung von Chefredakteuren und anderen einflußreichen Personen heranzogen werden, wobei aber auch hier grundsätzliche Differenzen schwer zu erklären sind.

Im Endeffekt ist entscheidend, welche Standpunkte die Artikel einer Zeitschrift mehrheitlich vertreten. Einige kleinere Zeitschriften bzw. deren Verleger stellen ihre feministische Orientierung ziemlich offen zur Schau, beispielsweise die TAZ oder der Freitag. Unter den größeren Zeitschriften ist bei der Süddeutschen und der ZEIT die feministische Orientierung bei der Wahl der Inhalte ziemlich deutlich erkennbar. Die Süddeutsche hat die Darstellung feministischer Standpunkte durch einen eigenen integrierten Blog "Der die das Blog" strukturell verankert. Die Orientierung der ZEIT ist anhand der Zensurpolitik, s.u., gut erkennbar.

Ergänzende Quellen:

  • Klaus Boldt: Frauenwirtschaft. manager magazin, 22.06.2012. http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/a-843746.html
    "... fast alle Milliardenkonzerne der Branche [sind] mehr oder minder feministische Gruppierungen."
  • Frank Schirrmacher: Männerdämmerung. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2003. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/machtfragen-maennerdaemmerung-1101138.html
    "...haben die Fernsehsender Frauen zu "Gastgebern" des politischen Prozesses gemacht. Sabine Christiansen, Sandra Maischberger, Maybrit Illner, Anne Will und Marietta Slomka sind ohne Zweifel die einflußreichsten politischen Vermittlungsinstanzen des Fernsehens. ... Die entscheidenden Produktionsmittel zur Massen- und Bewußtseinsbildung in Deutschland liegen mittlerweile in der Hand von Frauen.


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ProQuote Medien - die Initiative gegen die Gleichberechtigung von Männern in Medienberufen


Eine erwähnenswerte Besonderheit in der deutschen Medienlandschaft ist der Verein ProQuote Medien e.V., s. http://www.pro-quote.de, der sich für Quoten zugunsten weiblicher Journalisten in den leitenden Positionen von Medienunternehmen einsetzt, also für die Aufhebung des Grundrechts auf Gleichberechtigung für Männer in Medienberufen. Der Verein hat über 300 teilweise prominente Mitglieder; natürlich ist auch die oben erwähnte Hannah Beitzer Mitglied.

Gemäß der Satzung setzt sich der Verein für die Gleichstellung (die im Gegensatz zur grundgesetzlichen Gleichberechtigung steht) ein. Offiziell wird die Quote mit diversen Argumenten begründet, die teilweise

  • ein klassischer Sexismus sind, z.B. "Frauen sorgen nachweislich für mehr Effizienz in Führungsteams" (Männer sind also ineffizient; der Nachweis fehlt im übrigen), oder
  • freie, unbewiesene Erfindungen sind, z.B. "Männer fördern bevorzugt Männer", "Konferenzen werden kürzer", oder
  • schlicht Unfug sind, z.B. "Bessere Witze", "mehr Inspiration", "Qualität kommt von Quote".
Hinzu kommen indivuelle Statements, mit denen die zukünftigen weiblichen Chefs ihre sexistische Weltsicht ( "Frauen sind bessere Vorgesetzte"), ihr kurioses Verständnis von Begriffen wie Meinungsfreiheit und Demokratie ("Mehr Frauen in journalistischen Führungspositionen sind eine Chance für die Qualität des Journalismus und letztlich auch für Meinungsfreiheit, Demokratie und Geschlechtergerechtigkeit") bzw. ihre intellektuelle Brillianz ("Ich bin auch deshalb für die Quote, damit die Diskussion über die Quote ein Ende hat.") demonstrieren.

Das einzige eventuell akzeptable Argument ist mehr Diversität, das in mehreren Varianten immer wieder neu formuliert wird. Nun sind aber bekanntlich grüne bzw. feministische Standpunkte und Weltanschauungen unter den deutschen Journalisten (m/w) extrem überrepräsentiert. Wenn man also mehr Diversität haben wollte, müßte man eigentlich in den leitenden Funktionen mehr maskulistische Standpunkte verankern, die ein Gegengewicht zur einseitig feministischen Berichterstattung bilden könnten. Es ist bis dato unbekannt, ob diese Konsequenz bei ProQuote schon verstanden worden ist.

Es sind somit gewisse Zweifel angebracht, ob die präsentierten Argumente ernst bzw. ehrlich gemeint sind. Die einzige wirklich ernst zu nehmende Motivation scheint vielmehr die in der Satzung verankerte Förderung des beruflichen Aufstiegs von Frauen in Medienberufen zu sein. Genau diesen Vorwurf ("Eigeninteresse, das Sie geschickt als gesellschaftliche Relevanz inszenieren.") hat Thomas Tuma im Mai 2013 in dem Essay "Die Scheinriesen - ProQuote oder: Wie unabhängiger Journalismus zum Propagandainstrument verkam" formuliert und sich sehr kritisch mit dem Machtmißbrauch seiner weiblichen Kollegen auseinandergesetzt. Tuma weist auf das Mißverhältnis hin, für die Interessen von nur 150 zahlenden Mitgliedern des Vereins eine bundesweite Propagandakampagne durchzuführen, Medienunternehmungen bei unerwünschten Entscheidungen öffentlich an den Pranger zu stellen und sich anzumaßen, über Gut und Böse zu entscheiden. Tuma beklagt auch die praktisch nicht existente Gegenwehr zu diesen Vorgängen, die verzerrte Berichterstattung von weiblichen Journalisten über beruflich erfolgreiche Frauen ("positivistisch-affirmativer Kitsch") und den resultierenden Verlust an Meinungspluralität und Glaubwürdigkeit. Die harte Kritik von Tuma dürfte eine der Hauptursachen sein, warum er inzwischen seinen Job beim Spiegel verloren hat.

Die mediale Kampfkraft von Pro-Quote läßt sich auch daran ablesen, daß fast alle wichtigen politischen Talkshows inzwischen von Frauen geleitet werden, die Mitglieder bei Pro-Quote sind, z.B. Sabine Christiansen, Sandra Maischberger und Anne Will. Die enorme Meinungsbildungsmacht, die diese Sendungen haben, hat Schirrmacher eingehend analysiert.

Vor diesem Hintergrund ist offensichtlich die einzig denkbare Konsequenz, weibliche Journalisten, die Mitglied oder Unterstützer von ProQuote sind, als mehr oder minder aktive gender-feministische Missionare zu verstehen und ihre Meinungen und medialen Produkte mit entsprechender Vorsicht zu genießen.

Nachbemerkung: Aufgrund diverser Gründe, darunter sicherlich die anhaltende Förderung von Frauen, sind Männer ohnehin eine aussterbende Spezies im Journalismus. Neuen Statistiken zufolge sind z.B. unter einschlägigen Akademiekursen nur noch 29% der Teilnehmer männlich. Innerhalb der letzten 30 Jahre ist der Journalismus von männlich dominierten Branche zu einer weiblich dominierten geworden. Mit einer Generation Verzögerung werden daher auch alle Leitungsfunktionen weiblich besetzt sein - die Wünsche von ProQuote werden also so oder so in Zukunft in Erfüllung gehen.



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Zensurpolitik in Foren


Die schon oben aufgeworfene Frage, wie feministisch das Meinungsspektrum der Herausgeber von Zeitschriften ist, kann nur indirekt beantwortet werden, u.a. anhand der Themenauswahl und der politischen Einstellung der angestellten Journalisten. Ein weiteres Indiz bildet die Zensurpolitik in Foren: es kann davon ausgegangen werden, daß die Herausgeber zumindest grobe Richtlinien vorgeben, welchen Standpunkten in den Foren eine öffentliche Plattform geboten werden soll.

Hintergrund: Praktisch alle großen Zeitschriften betreiben Foren, in denen die Artikel, soweit im Internet veröffentlicht, kommentiert werden können. (Teilweise trifft dies auch auf Radio- und Fernsehsendungen öffentlich-rechtlicher und privater Anbieter zu.) Derartige Foren bieten durchaus Gelegenheit, feministische Falschaussagen zu widerlegen oder alternativen Standpunkten Ausdruck zu verleihen. Von daher stellt sich auch die praktische Frage, ob über die Kommentare männerrechtlichen Standpunkten mehr öffentliche Wahrnehmung verschafft werden kann.
Der Zugang zu den Foren ist zwar frei und man kann sich praktisch anonym anmelden, die Beiträge werden aber durchweg "moderiert", d.h. unerwünschte Beiträge werden wieder gelöscht oder gar nicht erst freigeschaltet. Bei Kommentaren, die unsachlich oder beleidigend sind, ist dies aus formalen Gründen notwendig, ferner ist es durchaus im Sinne der Leser, von substanzlosen Kommentaren verschont zu bleiben.

Interessanter sind Kommentare, die keine formalen Mängel haben und die ausschließlich wegen unerwünschter Meinungen zensiert werden. In Einzelfällen haben Autoren solcher Kommentare diese ersatzweise in anderen Foren publiziert. Ferner finden sich in vielen Kommentaren süffisante Bemerkungen, daß man sich vorsichtig ausdrückt, um nicht schon wieder zensiert zu werden. Damit konsistent berichten manche Autoren in freien Foren über ihre Erfahrungen mit der Zensurpolitik der jeweiligen Zeitschriften - diese bestätigen i.d.R. das Image der jeweiligen Zeitschrift. Diese Einzelberichte sind aber statistisch wiederum eine zu kleine Stichprobe.

Einen interessanten (vermutlich ungewollten) Einblick in das Meinungsspektrum liefern Foren, in denen die Redaktion einzelne Benutzerkommentare als "Redaktionsempfehlungen" auszeichnet (dies ist z.B. der Fall in den Foren der ZEIT und der Süddeutschen). Man kann bei beiden genannten Zeitschriften eine klare Tendenz erkennen, Kommentare auszuzeichnen, die die üblichen feministischen Positionen vertreten. Daß die Redaktionsempfehlungen nicht auf der inhaltlichen Qualität der Benutzerkommentare, sondern an der darin geäußerten Meinung basieren, läßt sich an der oft zu beobachtenden Divergenz von Benutzerbewertungen und Redaktionsempfehlungen erkennen. Ein besonders auffälliges Beispiel war der folgende Fall.

Analyse der Kommentierung von "Schlecht, schlechter, Geschlecht" von Harald Martenstein

Am 6.6.2013 erschien in der Zeit der Artikel
Harald Martenstein: Schlecht, schlechter, Geschlecht. Die Zeit, 06.06.2013. http://www.zeit.de/2013/24/genderforschung-kulturelle-unterschiede
Er kann als die vielleicht wichtigste maskulistische Publikation des Jahres 2013 bezeichnet werden. Der Artikel analysiert die sog. Genderforschung bzw. Gender Studies und zeigt deren Un- bzw. Pseudowissenschaftlichkeit auf. Es ist vermutlich der Artikel mit der größten Breitenwirkung zu diesem Skandal, er löste eine Lawine von Folgeartikeln und Blogposts aus.

Der Artikel hat eine enorme Resonanz im Forum, innerhalb von nur 5 Tagen werden 433 Kommentare abgegeben, die meisten davon zustimmend bis euphorisch. Die Redaktion der Zeit scheint ein großes Problem mit dem Artikel sowie den Reaktionen darauf zu haben:

  • Der 434. Kommentar stammt von der Redaktion und teilt ohne weitere Begründung lapidar mit: "dieser Kommentarbereich ist geschlossen". Ein äußerst ungewöhnlicher Vorgang, normalerweise bleiben Artikel monatelang offen für weitere Kommentierungen. Man kann die abrupte Beendigung der Kommentierung nur als Notbremse der Redaktion verstehen, weitere zustimmende Meinungsäußerungen zu verhindern.
  • Insg. 14 Kommentare erhalten eine Redaktionsempfehlungen. Davon sehen 13 den Artikel negativ und werfen dem Autor unsaubere Arbeit, Fehler und glatte Falschaussagen vor bzw. preisen umgekehrt die Verdienste der Genderforschung. Man wundert sich, wieso die Redaktion den Martensteinschen Artikel nicht verhindert hat.
  • Instruktiv ist der Vergleich der Redaktionsempfehlungen und Leserempfehlungen: die Redaktionsempfehlungen (in chronologischer Reihenfolge) haben
    11, 14, 4, 5, 3, 1, 1, 0, 3, 1, 2, 9, 1, 0, 1 bzw. 3
    Leserempfehlungen. Im Vergleich dazu haben die 16 von den Lesern am besten bewerteten Kommentare
    56, 47, 44, 43, 34, 30, 29, 28, 23, 20, 17, 17, 15, 15, 14 bzw. 14
    Leserempfehlungen (der Kommentar auf Platz 16 ist der erste mit einer Redaktionsempfehlung). Die hochbewerteten Kommentare stehen dem Artikel fast ausnahmslos zustimmend bis euphorisch gegenüber bzw. vertiefen ihn noch inhaltlich.
Man kann sich kaum des Eindrucks erwehren, daß die Zeit-Redaktion einen heroischen Kampf gegen die Meinung der Mehrheit der Leser führt und in nimmermüdem Einsatz versucht, die feministische Ideologie respektive Gender Studies als unfehlbar und als Erlösung von allen sozialen Probleme zu positionieren.


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