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"Maskulismus die radikale Ansicht,
daß Männer keine Schweine sind,
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Donnerstag, 23. April 2015

Die feministische Privilegientheorie





Inhaltsübersicht

Die feministische Privilegientheorie



Die feministische Privilegientheorie

Wie funktioniert eigentlich die (feministische) Privilegientheorie, und wozu nützt sie?


Die Privilegientheorie ist eine zentrale theoretische Grundlage des modernen Feminismus im Sinne eines Denk- bzw. Argumentationsmusters, das in Debatten immer wieder ähnlich auftritt. Sie verallgemeinert den Grundgedanken, daß Männer als Mitglied des Patriarchats ungerecht bevorzugt sind (male privilege) und deshalb z.B. durch Quoten kompensatorisch diskriminiert werden sollten, auf andere "Privilegien". Außerhalb des Feminismus bzw. von Gender Studies wird diese "Theorie" nicht anerkannt, tatsächlich steht sie in krassem Gegensatz zum Grundgesetz und rechtsstaatlichen Prinzipien (s.u.).

Die Privilegientheorie muß man eigentlich eher als Verhaltensvorschrift bezeichnen; in diesem Sinne besteht sie aus folgenden wesentlichen Schritten:

  • Eine dazu befugte Instanz stellt fest, daß eine bestimmte Bevölkerungsgruppe privilegiert ist.
  • Jeder Privilegierte, also jedes Mitglied dieser Gruppe, ist verpflichtet, sich seines Privilegs bewußt werden und sein Privileg einzugestehen.
  • Der Privilegierte muß sein Privileg als soziales Unrecht erkennen.
  • Der Privilegierte muß das Unrecht beseitigen.


Thema: Die feministische Privilegientheorie



Der Begriff Privileg


Der Begriff Privileg bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch ein Sonderrecht, das einer einzelnen Person oder kleinen Gruppe von Personen vorbehalten ist und der Person oder den Angehörigen dieser Gruppe einen Vorteil verschafft. Das Privileg kann ein formales Recht im juristischen Sinn sein, aber auch auch ein Vermögen oder eine soziale Struktur, die sich ebenso als Vorteil auswirkt wie ein Gesetz.

Abweichend davon ist ein Privileg im Sinne der feministischen Privilegientheorie ein Vorteil, den man aufgrund seiner Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe hat, der man durch Geburt oder sozialen Status angehört. Beispiele:

  • Nach feministischer Lesart sind Männer gegenüber Frauen in vieler Hinsicht privilegiert, z.B. weil sie angstfrei abends durch dunkle Straßen laufen können und ihnen nicht ständig die Gefahr einer Vergewaltigung oder sexuellen Belästigung droht.
  • Rechtshänder sind gegenüber Linkshändern privilegiert,
  • Kinder reicher Eltern gegenüber Kindern armer Eltern,
  • schöne Menschen gegenüber häßlichen,
  • intelligente gegenüber dummen,
  • weiße gegenüber farbigen,
  • normalwüchsige gegenüber kleinwüchsigen und großwüchsigen,
  • gesunde Menschen gegenüber kranken, behinderte gegenüber nichtbehinderten
usw. usw. Man beachte die Begriffsverschiebung zwischen der klassischen und der feministischen Definition:
  • Nach der klassischen Definition ist ein Privileg ein Gesetz oder eine soziale Struktur, die Ungleichheit verursacht, z.B. ein Steuerprivileg für eine bestimmte Personengruppe.
  • Die feministische Definition geht von einer einer beobachtbaren sozialen Ungleichheit zwischen bestimmten Personengruppen aus; das Privileg ist ein individueller Vorteil, der darin besteht, im Rahmen dieser Ungleichheit der Personengruppe anzugehören, die im Vorteil ist.
Der feministische Begriff Privileg bezieht sich also auf eine beobachtete soziale Ungleichheit, die beliebige, ggf. unbekannte oder nicht eindeutig bestimmbare strukturelle Ursachen haben kann. Ein Beispiel ist das "Privileg", reich oder gesund zu sein. Hier wird als Bezeichnung für das Privileg keine strukturelle Ursache, sondern nur ein Wert auf der Skala der Ungleichheit verwendet. Der Begriff Privileg macht nur noch in Aussagen wie "ein Privileg haben" Sinn und kann mit "im Vorteil sein" übersetzt werden.

In vielen Fällen wird ein Privileg auch mit einer (scheinbaren) Ursache für soziale Ungleichheit bezeichnet. Allerdings wird oft nicht klar, worin dann die soziale Ungleichheit bzw. der Vorteil exakt besteht, und es ist oft strittig, ob die genannte Ursache wirklich relevant ist, z.B. beim Privileg, schön, intelligent oder Rechtshänder zu sein.

In der Summe sind die Phänomene, die als Privileg definiert werden, sehr unterschiedlich und gehören z.T. grundsätzlich verschiedenen Begriffskategorien an. Für den weiteren Verlauf der Dinge kommt es aber nur darauf an, für bestimmte Personengruppen feststellen zu können, daß sie "ein Privileg haben".



Thema: Die feministische Privilegientheorie



Generierung von Rechtsansprüchen


Die Privilegientheorie sollte man eigentlich eher als Verhaltensvorschrift und Methode zur Generierung von Rechtsansprüchen bezeichnen. Dies vollzieht sich in folgenden Schritten:
  1. Der Privilegierte ist verpflichtet, sich seines Privilegs bewußt zu sein oder zu werden bzw. anders gesagt all seinen Mitgliedschaften in privilegierten Klassen. Den meisten rechtshändigen, gesunden, weißen Männern ist z.B. nicht bewußt, 4 privilegierten Klassen anzugehören.

    Die Feststellung, ob ein Privileg vorliegt, liegt im Ermessen des Nichtprivilegierten (vgl. auch das Definitionsmacht-Konzept), genauer gesagt im Ermessen der Person, die sich zum Nichtprivilegierten bzw. Opfer deklarieren darf. In der Praxis sind das nahezu ausschließlich Frauen.
    Eine Begründung für die Feststellung, daß ein Privileg vorliegt, darf nicht verlangt werden. Dies wäre ein weiteres Privileg des Privilegierten und würde die Situation für den Nichtprivilegierten weiter verschlimmern und seine Leiden unerträglich steigern. Ferner kann es sein, daß die Benachteiligung nur subjektiv vom Nichtprivilegierten feststellbar ist (z.B. Angstgefühle), also nicht objektiv dargestellt werden kann.

    Der Privilegierte darf sein Privileg nicht einfach ignorieren. Der Nichtprivilegierte hat einen (moralischen bzw. Rechts-) Anspruch darauf, daß sich der Privilegierte die Zeit nimmt, sich mit seinem Privileg zu befassen und es sich bewußt zu machen. (Analog dazu erwartet das Finanzamt vom jedem, der Geld verdient, sich über die diversen zu zahlenden Steuern zu informieren, und akzeptiert bei Nichtzahlung einer Steuer nicht die Ausrede, man habe von der Existenz dieser Steuer nichts gewußt.) Der Privilegierte hat aber keinen Anspruch darauf, vom Nichtprivilegierten sein Privileg erklärt zu bekommen (dies wäre eine besonders unmoralische supremacy-Haltung), sondern muß selber danach suchen und z.B. vagen Hinweisen auf eigene Privilegien systematisch nachgehen.

  2. Der Privilegierte muß das Privileg als Unrecht anerkennen, oft in diffuser Form als "ungerechte gesellschaftliche Verhältnisse, die allen schaden und die beseitigt werden müssen".
    Darüber hinaus muß er jedem Mitglied der nichtprivilegierten Klasse das Recht zubilligen, als Mitglied dieser Klasse persönlich den Status eines Opfers einzunehmen und damit verbundene Vorteile zu erlangen.
    Zynismus (lieber reich und gesund als arm und krank), also Leugnung des Unrechts, oder ein Hinterfragen, ob wirklich ein Vorteil oder ein Unrecht vorliegt und in welchem Zusammenhang es zu relativieren ist, sind untersagt. Derartige Einwände gelten als moralisch doppelt verwerflich: 1. wird ein ungerechter Vorteil ausgenutzt und 2. dies sogar im vollem Bewußtsein, ein Unrecht zu begehen.

    An dieser Stelle wird oft eine trickreiche Unterscheidung zwischen einem diffusen gesellschaftlichen Unrecht und persönlicher Schuld eingeführt (bzw. von feministischen Ratgebern als Diskussionsstrategie empfohlen): Beispielsweise wird man nicht in böser Absicht als Mann geboren, sondern es ist einfach so, man(n) ist also nicht persönlich schuld an seinem Geschlecht. Trotzdem ist man als Mann, vergleichbar mit der Erbsünde bzw. Sippenhaft, automatisch und unausweichlich am kollektiven Unrecht gegenüber den Frauen beteiligt.

  3. Es ist die Pflicht des Privilegierten, das Unrecht zu beseitigen, weil er in der bevorteilten Position ist. Dies wird auch als "die Verantwortung übernehmen" bezeichnet, analog zur Situation, daß man irgendwo einen Schaden verursacht hat und dann verantwortlich für die Behebung des Schadens ist.
    Außerdem ist der Privilegierte persönlich dafür verantwortlich, das Unrecht zu beseitigen, auch wenn dieses nur zwischen den Klassen besteht und er persönlich nicht direkt involviert ist, er es also gar nicht beeinflussen kann.

    Der Nichtprivilegierte muß nichts tun, außer ggf. den Privilegierten auf sein Privileg bzw. seine Klassenzugehörigkeit aufmerksam zu machen (daher wird das "male privilege" ständig in feministischen Texten betont), sofern dieser in Schritt 1 versagt hat, sich sein Privileg selber bewußt zu machen.

    Der Nichtprivilegierte hat einen (moralischen bzw. Rechts-) Anspruch darauf, daß sich der Privilegierte um die Beseitigung des "Unrechts" kümmert, auch unter Inkaufnahme persönlicher Nachteile. In feministischen Ratgebern zur Verbreitung der Privilegientheorie wird häufig auf die hier zu erwartenden inneren Widerstände (oder zu den befürchtenden gesunden Menschenverstand) hingewiesen und empfohlen, es als moralisch besonders verwerflich zu brandmarken, ungerechtfertigte Vorteile nicht aufgeben zu wollen.

    Der Privilegierte hat aber keinen Anspruch darauf, vom Nichtprivilegierten beraten zu werden, wie er das Unrecht beseitigt, sondern muß selber nach Lösungen suchen. Welche Maßnahmen der Nichtprivilegierte als ausreichend zur Beseitigung des Unrechts ansieht, liegt in seinem Ermessen. Solange die Maßnahmen nicht ausreichend sind, wird er die Feststellung des Privilegs nicht zurücknehmen, also den Privilegierten nicht aus seiner Pflicht entlassen.

    Beispiel: Männer haben mehr Interesse an Politik (z.B. aus biologischen Gründen, mehr Testosteron), treten deswegen häufiger in Parteien ein und kandidieren häufiger für Ämter, haben also unverdient als Klasse das Privileg, mehr Macht als die Klasse der Frauen zu haben. Jeder einzelne Mann muß also nachdenken, ob er es moralisch verantworten kann, in eine Partei einzutreten oder für ein Amt zu kandidieren, weil er dadurch das Unrecht vergrößert, daß Frauen dort unterrepräsentiert sind. (Wegen der notorischen Unzuverlässigkeit von Männern bei dieser Pflichterfüllung haben feministische Parteien Frauenquoten in den Wahllisten für Parteiämter.)

    Die ggf. im Schritt 2 eingeführte Unterscheidung zwischen allgemeinem Unrecht und persönlicher Schuld wird hier heimlich fallengelassen und stellt sich als geschickte rhetorische Finte heraus: Die Pflicht zur Beseitigung des Unrechts kommt einer Verurteilung und Bestrafung gleich, ohne daß die Schuld des Täters explizit festgestellt und ohne daß ein Strafmaß explizit verkündet wird. Der Begriff Strafe wird geschickt umgangen, weil der Privilegierte sich seine Strafe selber ausdenken muß. Faktisch bestimmt aber der Nichtprivilegierte das Strafmaß, da er frei darüber entscheiden kann, ob die selbstauferlegte Strafe angemessen ist oder nicht.

Der dritte Schritt wird in vielen Darstellungen der Privilegientheorie ausgelassen oder nur vage angedeutet, oder es wird nur an diffuse Gerechtigkeitsgefühle appelliert. Beim üblichen Rechtsverständnis wäre nämlich automatisch klar, daß man allenfalls als direkt Beteiligter und Mitverursacher an einem Unrecht für dessen Beseitigung verantwortlich ist. Wenn man diesen eigentlich entscheidenden Schritt detailliert darstellt, bemerken zu viele Leute, daß sie für dumm verkauft werden.


Thema: Die feministische Privilegientheorie



Grundgesetzwidrigkeit der Privilegientheorie


Die feministische Privilegientheorie steht in eklatantem Gegensatz zu Prinzipien des Grundgesetzes und des Rechtsstaats:
  • Es werden Kollektive gebildet, die Inhaber von Rechten sein können ("die Frauen", "die Dummen", "die Linkshänder"). Dies widerspricht direkt Art. 3 GG, wonach alle Menschen unabhängig von eventuellen Gruppenzugehörigkeiten rechtlich gleich zu behandeln sind.
  • Die Feststellung einer Nichtprivilegierung liegt völlig willkürlich im Ermessen der Personen, die die abstrakte Privilegientheorie auslegen dürfen, also aus feministischer Sicht immer bei den Frauen.
    Die Feststellung einer Nichtprivilegierung führt unmittelbar zur Festlegung von (informellen oder ggf. formellen) Ansprüchen der Nichtprivilegierten gegenüber den Privilegierten. Wegen dieser Erzeugung von Rechtsansprüchen ist die Feststellung einer Nichtprivilegierung vergleichbar mit der Verabschiedung eines Gesetzes. In einer Demokratie ist der Erlaß von Gesetzen aber alleine der demokratisch gewählten Volksvertretung vorbehalten. Daß einzelne Personen faktisch nach Gutdünken Verhaltensregeln und Gesetze ohne gesellschaftliche Diskussion bzw. parlamentarische Kontrolle erlassen können, ist Wesensmerkmal von Monarchien und totalitären Systemen und unvereinbar mit demokratischen Prinzipien.
  • Moderne demokratische Staaten praktizieren Gewaltenteilung: die drei Gewalten Gesetzgebung (Legislative), Vollziehung (Exekutive) und Rechtsprechung (Judikative) sind strikt getrennt. Die rechtsprechende Gewalt wird durch unabhängige Richter ausgeübt, die insb. unbefangen sein müssen, also nicht selber in einen Streitfall verwickelt sein dürfen.
    Die Privilegientheorie hebt diese Trennungen auf: Die Nichtprivilegierten können gleichzeitig die Rolle des Gesetzgebers und Richters spielen.
    Wesentlich gravierender ist, daß sie im konkreten Streitfall die Rolle des Anklägers und Richters in Personalunion übernehmen.
  • Als Privileg deklarierten Tatbestände sind vielfach nur Wahrnehmungen von Grundrechten, z.B. der freien Meinungsäußerung, Kandidatur für Ämter bzw. Vertretung eigener Interessen. Die erwartete Beseitigung des Unrechts besteht regelmäßig darin, auf die Wahrnehmung von Grundrechten zu verzichten. Die Privilegientheorie zielt daher regelmäßig darauf ab, Grundrechte (i.d.R. für Männer) außer Kraft zu setzen.
  • In einem Rechtsstaat kann man nur für etwas bestraft oder zur Verantwortung gezogen werden, das man selber durch eigene Entscheidungen verursacht hat, für das man also die persönliche Schuld trägt. Man kann nicht dafür bestraft werden, Rechtshänder, Mann oder gesund zu sein. Man trägt auch nicht persönlich die Verantwortung für alles Unheil, das irgendwo auf dieser Welt passiert.
    Man kann nicht zu irgendetwas verpflichtet werden, indem ein Dritter nach Gutdünken gesellschaftliche Klassen definiert, diese Klassen als verantwortlich für bestimmte Zustände deklariert und alle Mitgliedern dieser Klasse bestimmte Verantwortungen oder Strafen auferlegt.
Vor diesem Hintergrund überrascht nicht, daß in feministischen Diskursen immer wieder das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit angegriffen und als patriarchaler Unterdrückungsmechanismus angesehen wird ("... Rechtsstaatlichkeitsprinzip, der Aufklärung und all dem Rotz, der von weißen europäischen Männern in mächtigen Positionen erfunden wurde, um ihren Besitzstand zu wahren" ). Faktisch stellen diejenigen, die die Definitionshoheit darüber haben (wollen), was Privilegien sind, eine autoritäre, antiemanzipatorische, monarchische Führungsschicht dar.

Der Vollständigkeit halber kann man noch erwähnen, daß die völlige Willkür, mit der selbst erarbeitete Vorteile als Privileg umgedeutet und annulliert werden können, jede Art von Streben nach Vorteilen sinnlos macht. Dies steht wiederum im krassen Gegensatz dazu, daß unsere komplette Gesellschaft, die Marktmechanismen, die darwinistische Evolution und nicht zuletzt das Verhalten des Feminismus darauf zielt, Vorteile für sich oder die eigene Gruppe zu erringen.



Thema: Die feministische Privilegientheorie



Innere Widersprüche


Die Privilegientheorie wurde zunächst nur dazu entwickelt, feministische Ansprüche zu bestätigen und die feministischen Deutungshoheit sicherzustellen. Sie ist eigentlich nur dazu gedacht, zugunsten von Frauen verwendet zu werden. Dargestellt wird diese Intention natürlich nicht, weil dies den vordergründig formulierten Gerechtigkeitsanspruch sofort widerlegen würde.

Sofern man die Theorie wörtlich nimmt, also als uneingeschränkt anwendbar ansieht, führt dies sofort zu inneren Widersprüchen. Konkret kann man leicht zeigen, daß die Privilegientheorie es verbietet, die Privilegientheorie anzuwenden, und zwar folgendermaßen:

  1. Personen A und B sind Mitglieder verschiedener soziale Klassen. Person B erklärt Person A als privilegiert.
  2. Person B zwingt damit Person A, ihr Privileg aufzugeben oder der Person B kompensierende Privilegien einzuräumen.
  3. Die Privilegientheorie anwenden zu können war somit ein Privileg von Person B, das ihr nur aufgrund der Klassenzugehörigkeit signifikante Vorteile eingebracht hat, die eventuell von A sogar als größer eingeschätzt werden als das unterstellte eigene Privileg.
  4. Person A darf daher ihrerseits dieses Privileg bei Person B feststellen und zwingt mit Hinweis darauf Person B, ihr Privileg aufzugeben, also hier konkret die Privilegientheorie nicht mehr anzuwenden.


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Gesamtbewertung


Die Privilegientheorie wird von ihren feministischen Protagonisten (z.B. Laurie Penny) unter den Deckmantel, ungerechtfertigte Privilegien abbauen zu wollen, verkauft. Faktisch handelt es sich bei dieser Theorie aber um ein System, das den Personen, die die Definitionshoheit darüber haben (wollen), was Privilegien sind, eine enorme autoritäre Macht verleiht, die keine sachliche Begründung hat und die durch keinerlei Maßnahmen gegen Mißbrauch abgesichert wird. Im Endeffekt soll hierdurch eine autoritäre feministische Führungselite etabliert werden, die in krassem Gegensatz zu den Prinzipien des Grundgesetzes und der Rechtsstaatlichkeit steht.

Die Privilegientheorie kann als Verallgemeinerung des Definitionsmachtkonzepts angesehen werden und wird in diesem speziellen Sinn am meisten praktisch angewandt.



Thema: Die feministische Privilegientheorie



Vertiefende Literatur


  • Christian Schmidt: Weitere Kritik an Privilegientheorie und Deutungshoheit. Alles Evolution, 28.05.2012, 2012. http://allesevolution.wordpress.com/2012/05/28/weitere- ... shoheit
    Übersicht über konkurrierende Ansätze zur Definition der Privilegientheorie
  • Christian Schmidt: Feminismus für Kerle (von einem Kerl). Alles Evolution, 10. August 2012, 2012. http://allesevolution.wordpress.com/2012/08/10/feminism ... m-kerl/
    Ausführliche Analyse einer bekannten "Gehirnwäsche", die (biologischen) Männern einen Schuldkomplex wegen prinzipieller Prilivegiertheit einreden und das Opfer-Abo von Frauen bekräftigen soll.
  • Alvaro Pino: »Die postmoderne Liebe zu den Schwachen sorgt dafür, dass die Schwachen auch schwach bleiben« (Interview mit Robert Pfaller). Jungle World Nr. 35, 30. August 2012 http://jungle-world.com/artikel/2012/35/46161.html
    Erläutert u.a. den von Robert Pfaller geprägten Begriff "Beuteverzicht", den "Schutz vor Belästigung" als zentrales postmodernes gesellschaftliches Leitbild und die desaströsen Auswirkungen dieses Leitbilds.
  • Leo Fischer: Repression für alle. KONKRET, Heft 11/2013. http://www.konkret-magazin.de/hefte/heftarchiv/id-2013/ ... le.html
  • Jonathan Haidt: Where microaggressions really come from: A sociological account. 07.09.2015. http://righteousmind.com/where-microaggressions-really-come-from/
    Ausführliche Zusammenfassung des (nicht frei zugänglichen) Papiers: Campbell, B., Manning, J.: Microaggression and moral cultures. Comparative sociology, 13, p.692-726, 2014.
    Das Phänomen der "Mikroaggressionen" und die darauf basierende Machtausübung der "Unterdrückten" über die "Mikroaggressoren" tritt in den USA an Universitäten inzwischen verbreitet auf. Es stellt einen prinzipiellen Wandel von bisherigen Wertesystemen dar: nunmehr kann soziales Ansehen über die Maximierung des eigenen Opferstatus ("A Culture of Victimhood") erreicht werden. Der Text analysiert die sozialen Bedingungen hierfür, insb. staatliche Autoritäten, die bedingungslos Partei für Individuen mit hohem Opferstatus ergreifen und dessen Interessen durchsetzen, Rufmordstrategien in sozialen Massenmedien usw., und zeigt die beobachtbare Intoleranz, Aufhebung der Meinungsfreiheit, Wettbewerb um den maximalen Opferstatus etc. als Folge daraus.
  • Neel Kolhatkar: Modern Educayshun, 09.11.2015, https://www.youtube.com/watch?v=iKcWu0tsiZM
    Kurzfilm, der eine egalitäre Dystopie zeigt, in der schulischer bzw. wissenschaftlicher Erfolg nur noch vom Opferstatus abhängen und in der Kritik am Egalitarismus (mund-) tot gemacht wird.


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