Montag, 15. Juli 2013

Bundestagswahl 2013


Männer denken bekanntlich nie rechtzeitig daran, Geschenke zu kaufen. Plötzlich war Weihnachten, ganz überraschend. Wer hätte das ahnen können.

So ähnlich ist das mit der Bundestagswahl 2013. Die wird ganz überraschend am 22.09.2013 stattfinden (in Hessen gleichzeitig auch noch die Landtagswahl). Bekanntlich ist vorher Wahlkampf und noch bekanntlicher haben unsere Volksvertreter während dieser Zeit ein besonders offenes Ohr für die Sorgen und Nöte des Wahlvolks. Aus Gründen der Arbeitsökonomie ist die erste Hälfte der Wahlkampfzeit mitten in die Urlaubszeit gelegt worden. Zumindest die letzten vier Wochen des Wahlkampfs liegen außerhalb der Urlaubszeit. Diese vier Wochen sind das einzige Zeitfenster innnerhalb der nächsten vier Jahre, wo sogar der Hauch einer Chance besteht, männerrechtliche Fragen an die Parteien bzw. einzelne Abgeordnete (vorzugsweise männliche) stellen zu können und vielleicht sogar Erwartungen formulieren zu dürfen.

Bis dahin sind es noch wenige Wochen und die könnte man natürlich nutzen, sich aus männlicher Sicht die Programme und das Verhalten der Parteien anzusehen. Um es vorwegzunehmen: die Lage ist eher trostlos, fast alle großen Parteien sind mehr oder minder feministisch dominiert und arbeiten an zusätzlichen Diskriminierungen von Männern (namentlich Frauenquoten in lukrativen bzw. mächtigen Positionen). Man sollte trotzdem bei eventuellen Diskussionen die jeweiligen Diskriminierungen der einzelnen Parteien benennen können (sofern man nicht schon wegen einer Meinungsäußerung mit Repressalien rechnen muß).

Bei dieser Gelegenheit bietet sich ein Hinweis auf die neue Seite "Was Sie schon immer über Maskulismus wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten" an. Dort sind einige Facts über die großen Parteien aufgelistet, z.B. direkte Diskriminierungen von Männern in den Parteisatzungen, antimaskulistische Anteile in den Wahlprogrammen oder Äußerungen prominenter Parteivertreter. Auf einen Antimaskulismus-Index verzichten wir hier, denn es ist sowieso klar, daß die Grünen mit Abstand die männerfeindlichste Partei ist, dicht gefolgt von der SPD. Die einzige aus männerrechtlicher Sicht noch so gerade wählbare "etablierte" Partei scheint die FDP zu sein. Klein- und Splitterparteien spielen allenfalls als Protestpartei eine Rolle. Zur Zeit gelistet sind:
Die wahren Machtverhältnisse im Lande werden eventuell unfreiwillig, trotzdem sehr schön durch ein weibliches Kreuzverhör illustriert, zu dem die Frauenverbände die Spitzenkandidaten der Parteien einbestellt hatten. Lesenswert ist die offizielle Pressemitteilung vom 17.05.2013: Pressemitteilung 13-13 / Bundestagsaktion "Spitzenfrauen fragen Spitzenkandidaten" Steinbrück verspricht eine 40 Prozent-Vorstandsquote bis 2017 / Von der Leyen: "Das Land braucht die Quote" . Sie gibt eine schöne Übersicht, wie energisch die einzelnen Parteien an weiteren Diskriminierungen von Männern arbeiten. Siehe auch Weibliches Kreuzverhör zur Quote -- Frauenverbände befragen Spitzenkandidaten.

Nachträge:

Agens e.V. hat inzwischen eine sehr interessante Liste von Fragen an die Parteien geschickt:
http://agensev.de/meldungen/wahlprufsteine-eine-agens-umfrage/

Inzwischen liegen Antworten der CDU/CSU, SPD, FDP, Bündnis 90/DIE GRÜNEN und ÖDP vor, s. http://agensev.de/meldungen/agens-wahlprufsteine-die-antworten-der-parteien/